anweisungen von einem Platz auf den anderen und Erledigung anderer
Kommissionsgeschäfte. Während die westeuropäischen Notenbanken ihre
Kapitalanlage in der Hauptsache auf das Diskont-, Lombard- und Effektenzeschäft
 beschränken, weist, die Bilanz der Russischen Staatsbank u. a,
folgende Posten aus: Landwirtschaftliche und industrielle Kredite, Kredite
 an kleine Gewerbtreibende, Kredite zur Anschaffung landwirtschaftlicher
 Maschinen usw. Ihre Tätigkeit als Kreditinstitut ist umfangreich
und weitverzweigt.

a) Notenausgabe und Goldpolitik.
Die Bank besitzt das alleinige Recht der Notenausgabe in Rußland.
Die Noten werden in Appoints zu 500, 100, 50, 25, 1%, 5» 3 und ı R
ausgegeben und besitzen innerhalb des ganzen Reiches Zwangskurs.
Sie müssen aber von der Bank jederzeit in Gold eingelöst werden, Als
Sicherheit haften sämtliche Aktiva der Bank und nötigenfalls der Staat.
Als 1860 die Staatsbank gegründet 'wurde, waren die ihr übertragenen
Reichs - Kreditbillets uneinlöslich. 100 R Kreditbillette hatten den Wert
von etwa 92 Silber-R. Den am Beginn des Jahres 1862 umlaufenden
Noten in Höhe von 720 Millionen R stand ein Einlösungsfonds von
knapp 80 Millionen R gegenüber. Die Noten waren also mit nur II %
gedeckt. Zur Erhöhung des Deckungsfonds, und um dem Papierrubel den
Gleichwert mit dem Metallrubel zu verschaffen, wurde bei Rothschild in
London und Paris eine Anleihe von ı5 Millionen £ aufgenommen. Mit
der Einlösung der Noten wurde am ı. Mai 1862 begonnen, bald aber
wieder aufgehört, als der Bank dadurch zu viel Metall entzogen wurde.
Ihr Kurs fiel daher rasch wieder; im Herbst 1864 hatten 4 Papierrubel
nur den Wert von 3 Metallrubeln.

Fortgesetzte Notenausgaben beschleunigten die Entwertung, An dem Hauptubelmarkt
 der Welt, in Berlin, notierten die R. im Jahre 1876: M 2,60, 1877
russisch-türkischer Krieg): M 2,15, 1879: M 2,00, 1881: M 2,10, 1886: M 1,90,
1887: M 1,65. Ende des Jahres hebt sich der Kurs auf M 1,75. Ende 1888 noierten
 100 R : 209,20, 1889: 219,40, 1890: 237,60, 1891: 198,60, 1892: 202,05,
1893: 216,75, 1894: 218,65, 1895: 217,10, 1896: 216,40, Die Spekulation in Rudelnoten
 war zeitweise in Rußland, wie in Deutschland sehr groß, Der Kursrückgang
 war aber in der Hauptsache natürlich in dem inneren Werte der Noten begründet,
 Dem Drängen der russischen Bevölkerung nachgebend, suchte seit 1893
der Finanzminister Witte die Rubelspekulation einzudämmen: den russischen
Banken und Bankiers, die. dies weiter tun würden, drohte er Entziehung des Kredits
bei der Russischen Staatsbank ’an, dem Auslande erschwerte er die Spekulation
durch Ausfuhrverhot der Noten.