Durch Ansammlung eines enormen Goldfonds, der, einschließlich der
Goldguthaben im Auslande, 1884: 297, 1889: 430, 1894: 895, 1896:
964 Millionen R betragen hatte, war es Rußland möglich gewesen, zur
Goldwährung überzugehen. Es erfolgte eine, tatsächlich ja bereits längst
erfolgte, Herabsetzung des Rubels um 33!/;%, von 324 auf 216. „Praktisch
 war dies wohl“, schreibt Adolph Wagner!), „im ganzen zu rechtfertigen,
 aber prinzipiell bleibt das Bedenken, daß jede solche Reduktion
eigentlich auf der Voraussetzung beruht, Entwertungsquote und Quote
der verminderten Kaufkraft seien überhaupt und im ganzen Lande genau
gleich im Verkehr“. Goldprägungen wurden im großen Umfange vorgenommen.
 Goldmünzen in dem Gewicht und der Feinheit der Imperialen
(10 R) und der halben Imperialen (5 R) erhielten den Wert von 15, bezw.
7! R. Gleichzeitig gab die Staatsbank bekannt, daß sie in Ausführung
des Ukas vom 8./20. August 1896 zu dem festgesetzten Kurse Noten kaufe,
verkaufe, annehme und in Zahlung gebe, Die Noten, die die frühere
Benennung Staats-Kreditbillete beibehalten haben — richtiger wäre die
Bezeichnung Staatsbank-Billete —, tragen den Vermerk, daß sie jederzeit
 von der Staatsbank in Goldmünzen in unbeschränkter Summe umgetauscht
 werden, und daß 1 R==!1/5, Imperial sei und 17,424 Doli
reinen Goldes enthalte. Die Einführung der Goldwährung bewirkte eine
vollkommene Neugestaltung der russischen Kreditverhältnisse. —
Damit die Bank jederzeit in der Lage sei, ihre Noten in Gold einzulösen,
 bestimmte der Ukas vom 209. August 1897, daß die ausgegebenen
Noten bis zur Höhe von 600 Millionen R wenigstens zur Hälfte, die
darüber hinaus ausgegebenen Noten aber voll durch Gold gedeckt
sein müßten, d. h. der ungedeckte Notenumlauf darf in Rußland niemals
mehr als 300 Millionen R betragen. Es besteht also das gleiche Prinzip,
wie bei der Bank von England; nur liegen für die Russische Reichsbank
die Verhältnisse insofern noch ungünstiger, als Schecks und die anderen
Geldersatzmittel in Rußland nur wenig im Verkehr sind. Das Hauptziel
der Bank geht dahin, ihren Goldbestand zu erhalten und zu vermehren,
um die Valuta des Landes aufrechtzuerhalten, Zur Beeinflussung der
Devisenkurse kauft und verkauft sie fremde Wechsel und Sorten, verkauft
 Tratten, die sie auf ihre Auslandskorrespondenten zieht und nimmt
Reportgeschäfte in russischer Valuta vor,
Der Betrag der Kreditbillets, der kurz vor Ausbruch des russisch-‘\

 Art. „Papiergeld“ in Obst, Buch des Kaufmanns 4. Aufl, S. 491.