wohl, daß die Reserven, die nicht in eigenen. Kassen gehalten zu werden
rauchen, bei der Bundesreservebank konzentriert werden,
Im Gegensatz zu früher, dürfen die Mitgliedsbanken keinen Teil ihrer
gesetzlichen Reserven mehr bei anderen Banken, mit Ausnahme der
Bundesreservebanken, halten, Dadurch werden vor allem die New Yorker
Banken betroffen, denen bisher große Summen fremder Gelder seitens
4er Landbanken und kleinerer Städtebanken zur Verfügung standen.
Nach der Federal Reserve Act dürfen, im Gegensatz zu früher, die
Nationalbanken, deren Kapital und Reserven mehr als ı Million $ beträgt,
 im Auslande Filialen errichten. Weiter dürfen alle Nationalbanken
bis zur Hälfte ihres Kapitals plus Reserven ihr Akzept geben, sofern.
es sich um Transaktionen mit dem Auslande handelt, und schließlich
dürfen die Nationalbanken, mit Ausnahme der in New York, Chicago
und St. Louis ansässigen, Darlehen auf Agrikulturland innerhalb des
Federal Reserve Distrikts bis zu 50° des Wertes, jedoch nicht länger
als auf 5 Jahre, gewähren. \
Alles in Allem: Das amerikanische Bankgesetz vom 23. Dezember 1913
bringt derart einschneidende Änderungen, wie sie bisher wohl noch niemals
 in einem Lande auf dem Gebiete des Bankwesens erfolgt sind. Ein
Mittel gegen die Willkür des amerikanischen Geldumlaufs ist geschaffen.
Gewisse Bedenken bestehen freilich auch in Zukunft insofern, als die
neuen Noten noch neben die alten treten — diese können erst innerhalb
 von 22 Jahren vollständig aus dem Verkehr gezogen werden —
„nd dadurch die Umlaufsmittel in Amerikal), die heute schon pro Kopf
der Bevölkerung höher als in jedem anderen Lande sind, eine weitere
Vermehrung erfahren.
Auch im Interesse der deutschen Volkswirtschaft, die bisher ebenfalls
stark unter der Rückständigkeit der amerikanischen Geldverfassung gelitten
 hat, wünschen wir, daß das Endziel der amerikanischen Reformen:
Herbeiführung einer besseren Liquidität der amerikanischen
Banken — bisher wurde der Hauptwert auf die Sicherheit, und in

1) In den Vereinigten Staaten gibt es 7 Arten von Papiergeld, bezw. Bankaoten:
 1. Greenbacks, d. h, Staatsnoten, Ihr Betrag ist auf 300 Millionen # begrenzt,
 2, Schatznoten (Unterlage: Barrengold), 3. Goldzertifikate (Unterlage: gemünztes
 Gold), 4. Silberzertifikate (sie wurden von der Regierung ausgegeben, um
die jeden Monat anzukaufenden 4 Millionen Unzen Silber zu bezahlen), 5. die
Nationalbanknoten, 6, die Federal Reserve Notes und 7. die Circulating-Notes
der Bundesreservebanken.

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