sich das Kontingent der Reichsbank erwiesen, obgleich es durch Verzichtleistung
 mehrerer Noteninstitute auf 293,4 Millionen M angewachsen
war, 1899 erfolgte dann die Erhöhung des Kontingents der Reichsbank
auf 450 und 1909 auf 550, bzw. 750 Millionen M.
Während die‘ Reichsbank das Kontingent zum ersten Male erst nach
‘ünfjähriger Tätigkeit (Dezember 1881) und bis 1896 im ganzen nur
24 Mal überschritten hat, weist das Jahr 1897 allein schon 9, die Jahre
1899 und 1900 je 20 Überschreitungen auf. 1907 ist die Steuergrenze
25, 1913 19.Mal überschritten worden. An Notensteuer mußten 1912
4,6, 1913 3,7 Millionen M an die Reichskasse gezahlt werden.
Der durchschnittliche Notenumlauf der Reichsbank betrug
1909: 1576532000 M
1910: 1605882000 ‚,
1911: 1663615000 ,
10912: 1781999000 „
1913: 1958173000
Summa: 8586201000 M

im Durchschnitt der letzten
5 Jahre also. . . . . 1717240000 M
Dem entspricht etwa das jetzt geltende Kontingent,
Die Notensteuer soll, hatten wir gesehen, für die Geschäftswelt ein
Warnungssignal sein, Ist die Grenze zu hoch begriffen, sagt Christians®),
so kommt die Warnung zu spät, ist sie zu niedrig, so ertönt sie so oft,
daß man ihr keine Beachtung mehr schenkt, „Von einsichtigen Geschäftsleuten“,
 sagt Max Schinckel?) auf dem III Deutschen Bankiertage,
„ist die steuerfreie Notengrenze immer. nur als ein bestimmter Punkt auf
dem Thermometer für die im Geldmarkte herrschende Temperatur betrachtet
 worden. Je nach seinem Temperament hat der eine ihn noch
als den Gefrierpunkt, der andere vielleicht schon als den Siedepunkt angesehen
 ...... Für den Fachmann und für eine vorsichtige Reichsbankverwaltung
 würde eine solche Verschiebung der Notengrenze nur
sine Umschaltung des Thermometers etwa wie von Reaumur auf Celsius
bedeuten.“ Ist die Bank lange Zeit hintereinander in der Notensteuer,
so muß das Warnungssignal selbstverständlich versagen.

1) Deutscher Ökonomist 1908, Nr. 1329.
*) Verhandlungen des III. Allgemeinen Deutschen Bankiertages zu Hamburg.
Berlin 1907, S. 74.
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