Verkehrs nicht mehr erforderlich. Er befürwortete die Schaffung von Banknoten
zu 50 M, verlangte dafür aber Beseitigung des unfundierten Papiergeldes, der
Reichskassenscheine,
Weit wichtiger noch, als dem Mangel an kleinen Scheinen abzuhelfen,
war ein anderer Grund für die Schaffung kleiner Banknoten. „... Zum
Teil würden sie an Stelle von Gold treten, mit welchem der Verkehr
jetzt mehr als genügend gesättigt ist, und das überschüssige Gold würde
alsdann nach volkswirtschaftlichen Gesetzen zur Reichsbank fließen“ —,
so schrieb im Herbst 1905 der damalige Reichsbankpräsident Koch).
Die kleinen Banknoten sollen, das ist ihr Hauptzweck, den Umlauf
der Goldmünzen verringern. Statt Doppelkronen und Kronen sollen 50-und
 20 Mark-Noten zu Zahlungen verwendet werden und den Kassenbestand
 des Publikums bilden, Dadurch vergrößert sich der Goldbestand
der Reichsbank, W. Bagehot und der frühere englische Schatzkanzler
Lord Goschen haben vor Jahren auf die Vorzüge der Geldkonzentration
 hingewiesen, und Goschen ist für die Schaffung von ı £-Noten
eingetreten. „30000 £ in den Taschen des Volkes sind lange nicht so
viel wert, wie 20000 £ in der Bank von England.“ Indem sich große
Goldbestände bei der Reichsbank ansammeln, ist sie dadurch eventuell
in der Lage, ihren Diskont niedriger zu halten. Tut sie dies, diskontiert
sie dauernd zu einem niedrigen Satz, dann besteht in anormalen Zeiten
aber wieder die Gefahr, daß sie zu stark in Anspruch genommen und
das Geld doch wieder aus ihr herausgepreßt wird und zum Teil ins
Ausland fließt.
In England dürfen keine Noten unter 5 © ausgegeben werden?). In
der Schweiz gibt es Noten zu 50 fr., in Italien zu 5 L, in Frankreich
neben zahlreichen Noten zu 50 fr. sogar eine kleine Anzahl (s. S. 157) zu
25, 20 und 5 fr. In Belgien ist die kleinste Note 20 fr., in Nordamerika
ı $, in Rußland ı R, in Österreich-Ungarn 10 K. Noten zu 50 und
zu 20 M, wie sie durch das Gesetz vom 20, Februar 1906 geschaffen
sind, bedeuten hiernach also nichts ungewöhnliches. Den Privatnoten-')

 Bank-Archiv vom 1. Oktober 1905.
%) In dem von der National Monetary Commission in Washington veranstalteten
Interview mit dem Gouverneur der Bank von England heißt es (Dokument 405):
Do you favor the issue of ı © notes? —
No. Our objection is based principally on the opinion that if there were % I
aotes in circulation they would take the place of gold in the pockets of the
people and thus tend indirectly to drive gold from the country, — Andere hervor-:agende
 englische Bankdirektoren dagegen erklärten sich für kleine Noten.

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