Diskontierungen einschränken, bezw, sie gänzlich unterlassen. Hierdurch
wird eine Geldversteifung und zeitweise ein exorbitant hoher Geldsatz
bedingt. So wurden, um nur einige wenige Beispiele zu nennen, in der
zweiten Hälfte des Dezember 1895 infolge der Botschaft des Präsidenten
Cleveland über Venezuela für „tägliches Geld“, d. h. für Geld, das von
einem Tage zum anderen ausgeliehen wird, 80—9g90°%, Zinsen gefordert
und gezahlt. Ende Oktober 1896 stieg infolge der Ungewißheit in der
Währungsfrage tägliches Geld bis auf 130°, und als das Schicksal des
Silbers besiegelt war, ging der Satz zwar etwas zurück, erreichte aber
immer noch die stattliche Höhe von 96—098°%/. Ungünstige Nachrichten
aus Transvaal ließen Anfang Oktober 1899 den Satz auf 40° und Ende
Dezember 1899 auf 185° anschwellen. Die Ungewißheit des Ausfalls
der Präsidentenwahl in der ersten Novemberwoche des Jahres 1900 bewirkte,
 daß für tägliches Geld 26—28° gezahlt werden mußten,
Eine beredte Sprache reden auch die Sätze, die während der Geldknappheit
im September 1903 in New York für tägliches Geld gefordert wurden, Am
2, 6% 10, : 8% 17. : 10% 24. : 25%
3.: 6% ax. : 12% 16... 9% 25, : 22%
5. 8% 12. : 22% 19, . 3% 26, : 15%
8, : 10% 15, : 20% 22, : 20% 29. : 35°%
9. : 8% 16, : 14°% 23. : 18% 30. : 19%
Vorzüge vor dem Einbanksystem besitzt das Vielbanksystem als solches
nicht. Nur das Nationalbankgesetz und das Fehlen eines Zentralinstituts
haben einiges geschaffen, was Beachtung und Nachahmung verdient, so
vor allem auch den engen Zusammenschluß der amerikanischen Banken
durch die American Bankers Association!).
Nach alledem drängt sich uns die Frage auf: Warum sind die Vereinigten
 Staaten von Amerika nicht früher zu einer Änderung ihrer Bankgesetzgebung
 geschritten? Die Antwort, die Scharling?) auf die Frage
im allgemeinen erteilt, ob eine Mehrheit von Notenbanken oder eine
Bank mit Notenmonopol vorzuziehen sei — „sie muß bei jedem einzelnen
Lande mit Rücksicht auf seine Ausdehnung sowohl als auf den Standpunkt,
 auf welchem sich die Entwickelung der Kredit- und Bankverhältnisse
 und die historische Entwickelung befindet, beantwortet werden“ —
paßt auf die amerikanischen Verhältnisse insofern nicht, als ja auch die
Vereinigten Staaten bereits zweimal eine Zentralbank besessen haben.

1) S. darüber meine Schrift „Notenbankwesen in den Vereinigten Staaten von
Amerika“, Leipzig 1903. S, 86 ff,
23) Bankpolitik, Tena 1900. S. 350,

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