Weg stellen werden. Ähnliche Vorschläge hatte 1907 auch der italienische
Finanzminister Luzzatti gemacht. Auch die Errichtung einer internationalen
 Zentralniederlage von Gold, die unter gemeinsamer Verwaltung der
sie begründenden Staaten stehen sollte, war geplant, All diese Ideen und
andere, wie Schaffung eines internationalen Goldclearing, internationaler
Banknoten usw. sind aber solange undurchführbar, als ein Maßstab für
die Umrechnungssätze nicht besteht und für den Kriegsfall genügende
Garantien für prompte Innehaltung der Einlösungspflicht nicht gegeben
szind?). Betreffs der im internationalen Giroverkehr bereits bestehenden
Einrichtungen sei auf die diesbez. Ausführungen im I. Bande verwiesen.
Um Goldimporte nach Deutschland zu begünstigen, ist neben der Gewährung
 langfristiger zinsfreier Vorschüsse auch vorgeschlagen worden?),
den Schlagschatz, der 6 M für das Kilogramm beträgt, das sind etwa
21° 0&gt; zu ermäßigen. Fischel, Mitinhaber der Firma Mendelssohn &amp; Co,,
:rat bei der Bankenquete sogar dafür ein, ihn gänzlich aufzuheben. Eine
Ermäßigung zum mindesten scheint insofern notwendig, als die Bank von
England für das Umschmelzen nur !/, penny für die Unze, d. i. noch nicht
halb so viel wie die Gebühr in Deutschland, erhebt, und ‘bei der englischen
 wie bei der amerikanischen Münze Prägegebühren nicht berechnet
werden. Weiter, und das hat auch Friedrich Koch in seiner oben erwähnten
 Arbeit vorgeschlagen, sollten die Schiffahrtsgesellschaften angehalten
 werden, die Frachtsätze für Goldimporte erheblich zu ermäßigen.
Mit Rücksicht auf die Aufrechterhaltung der Währung soll die Reichsdank
 Opfer bringen. Goldankäufe werden natürlich aber nur dann von
Nutzen sein, wenn nicht gleich wieder die Gefahr des Abflusses von
Gold vorliegt. Geheimrat von Lumm sagte in seinem für die Bankanquete®)
 ausgearbeiteten Expose: „Die Reichsbank muß ganz sicher sein,
daß ihr nicht auf dem Wege zinsfreier Vorschüsse Gold zufließt, das ihr
ühnedies zugeflossen wäre, und deshalb kann sie die zinsfreien Vorschüsse
 nur solchen Häusern bewilligen, die volles Vertrauen verdienen,
und von denen sie überzeugt ist, das sie das Gold sonst nicht importieren
würden. Es kann auch vorkommen, daß es sich um Goldmengen handelt,
 die gar nicht für Deutschland bestimmt sind. sondern nur im Tran-')

 S. auch Julius Wolf, Das internationale Zahlungswesen, Leipzig 1913; der
sich sehr eingehend mit dieser Frage beschäftigt hat und seit langem für eine
Reform des internationalen Zahlungswesens eingetreten ist.
?) S, die Ausführungen von John Loewenherz auf dem III, Bankiertage,
X S. Stenographischer Bericht S, 865,

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