sitverkehr durch Deutschland gehen. Da muß sich die Bank hüten, auf
solches einen Vorschuß zu gewähren.“
Alles in Allem: die Gold- und Devisenpolitik kann die Diskontpolitik
ergänzen und unterstützen, auch die Zahlungsbilanz vorübergehend beeinflussen,
 aber sie ist nicht imstande, die internationalen Goldbewegungen
dauernd in andere Bahnen zu lenken.
Eine Vermehrung des Goldvorrates der Reichsbank kann auch durch
Ausbreitung des bargeldlosen Zahlungsausgleiches, durch Erweiterung
 und Vertiefung des Scheck-, Giro- und Abrechnungsverkehrs erfolgen.
 Von den 3 Milliarden M, die Deutschland in effektivem Gold
besitzt, befindet sich etwa der vierte Teil bei der Reichsbank. 21 Milliarden
 sind im Verkehr zerstreut und dienen der Zahlungsvermittelung.
In England und Frankreich ist das in den Taschen des Publikums befndliche
 Gold erheblich geringer).

d) Kassenführung und Zahlungsvermittelung.
Die im $ ı2 des Bankgesetzes der Deutschen Reichsbank zugewiesene
Aufgabe, „den Geldumlauf im gesamten Reichsgebiete zu regeln, die
Zahlungsausgleichungen zu erleichtern und für Nutzbarmachung verfügbaren
 Kapitals zu sorgen“, gilt in der Allgemeinheit für alle Zentralnoteninstitute,

Die entwickeltste Form der Zahlungsvermittelung ist der Giroverkehr,
ader noch präziser, der Fern-Giroverkehr, der, wie wir gezeigt haben,
in Deutschland seine höchste Entwickelung erlangt hat, aber auch seitens
der Österreich-ungarischen Bank in hohem Maße gepflegt wird. Die
Grundlage des Giroverkehrs bildet das neben der Notenausgabe wichtigste
Passivgeschäft, die Depositenannahme, Mangelnde Betriebsmittel waren
für die meisten Banken der Anlaß zur Einführung und zur Pflege des
Giroverkehrs?), Auch die Deutsche Reichsbank®) reorganisierte diesen
Verkehr, um für ihren weiteren Wirkungskreis, ungeachtet der Einschrän-1)

 So groß aber, wie in den Interviews der National Monetary Commission
‚Dokument 405) von englischen und deutschen Bankpraktikern angenommen wird,
ist die Differenz sicherlich nicht, Der moneıäre Goldvorrat Deutschlands ist dort
Fälschlich mit 4!/, Milliarden M angenommen, S, darüber Band I des „Bankgeschäftes“
 S, ır,
? S, den Verwaltungsbericht der Reichsbank fürs Jahr 1876.
*) S. den Aufsatz von Anton Arnold, Die Bedeutung der Giroguthaben für
die Bankpolitik in Nr. 5 des Bank-Archiv von 1906.

17 Obst, Bankpolitik,