Abrechnungsstellen mit 270 Teilnehmern, England hat sein town-, sein,
country- und sein metropolitan-clearing (s. S. 142 ff), Sehr erheblich
sind weiter die Umsätze in den amerikanischen Clearinghäusern.
Im Jahre 1913 wurden verrechnet in runden Summen:
In den deutschen Abrechnungsstellen 73,6 Milliarden M
Im Londoner Clearinghaus 3353 » 5
Im New-VYorker Clearinghaus 411,6 » »
In der Chambre de compensation in Paris 30,2 » »
Über die seit dem 1. Juni 1910 in Berlin bestehende Scheckaustauschstelle
 s. Band I S. 72 £
Gegen ein internationales Clearing bestehen noch zahlreiche schwerwiegende
 Bedenken, weniger privat- als volkswirtschaftlicher Natur, die
eine Einführung in absehbarer Zeit schwer möglich machen.
Dagegen haben wir bereits Anfänge eines internationalen Giroverkehrs
 in Verbindung mit dem Postscheckverkehr. Es sei hier auf
das in Band I S. ı50f. Gesagte verwiesen. Wolfs!) Vorschlag geht dahin,
 die den Giroverkehr pflegenden Zentralnoteninstitute zu einem
internationalen Giroverbande, nach Art des Giroverbandes der Postscheckinstitute,
 zusammenzuschließen, Einbeziehbar sollen alle Zentralnoteninstitute
 sein, die zugleich zentrale Giroinstitute sind, gleichviel, ob ihr
Überweisungsverkehr beträchtlich ist oder nicht. Zu begleichen wären also
nur die „Spitzen“. Ein solches internationales Giroabkommen besteht bereits
zwischen der dänischen und norwegischen Zentralnotenbank, zwischen
zwei Staaten, die allerdings, wie Walter Conrad, der das Problem des
internationalen Giroverkehrs eingehend erörtert?), bemerkt, „fast als ein
wirtschaftliches Gemeinwesen erscheinen, das für den Ausbau eines gemeinsamen
 Giroverkehrs besonders geeignet ist“. |
Zur Erleichterung der Scheckeinlösung hat der Zentralverband des
Deutschen Bank- und Bankiergewerbes wesentlich beigetragen, indem er
eine Scheckvereinigung gegründet hat, deren Teilnehmer — mehr als
500 Banken und Bankfirmen — sich gegenseitig verpflichteten, den Betrag
 der auf sie gezogenen Schecks ohne Abzug einer Provision
durch Reichsbank-Girokonto zu überweisen (S. Band I S. 163). Der Ankauf
 von Schecks seitens der Reichsbank, für den der Zentralverband
des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes sehr lebhaft eingetreten war,
*) Das Internationale Zahlungswesen. Leipzig 1913. S, 116 ff.
2) Die Perspektiven des internationalen Giroverkehrs in Heft 9 und 10 der
„Zeitschrift für Handelswissenschaft und Handelspraxis‘“. Leipzig 1908.

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