solvenz zur Sicherung der Forderungen der Bankgläubiger“ (Adolph
Wagner). Den Betriebsfonds bilden bei den Notenbanken eben die Noten
and nicht das Grundkapital.
Die Bank von England hat seit mehr als zwei Jahrhunderten Geschäfte
 betrieben, ohne eigenes, frei verfügbares Kapital zu besitzen. Das
ursprüngliche Grundkapital von ı,2 Millionen £ war in einer unkündbaren
Forderung an den Staät festgelegt, und spätere Kapitalserhöhungen dienten
immer nur zu Gewährungen neuer Anleihen an die Regierung. 1833
zahlte zwar der Staat 1, seiner inzwischen auf 14686000 © angewachsenen
Schuld zurück, Dadurch, daß aber noch weitere 7434900 © in staatlichen
 Schuldverschreibungen von der Emissionsabteilung als Notendeckung
gehalten werden, ist eine größere Summe als das Kapital (14 553 000 £
=— 297 Millionen M) + Reservefonds (ca, 3 Millionen © = 61,2 Millionen
 M) immobilisiert, Bei der Bank von England dient also das Kapital
nur dazu, um dem Kredit der Bank eine sichere Grundlage zu geben?).
Ähnlich liegen die Verhältnisse bei der Bank von F rankreich. Das
Institut besitzt ein Kapital von 182,5 Millionen fr. und vier verschiedene
Reservefonds von zusammen 42,5 Millionen fr. Demgegenüber steht die
Staatsschuld in Höhe von 200 Millionen fr. und, gemäß des Gesetzes
vom 9. Juni 1857, ein Posten immobilisierte Staatsrente im Betrage von
zoo Millionen fr. Insgesamt liegen also 300 Millionen fr. fest.
Die Österreichisch-ungarische Bank hat ein Kapital von 210 Millionen
 K. Der Reservefonds beträgt zurzeit 32,2 Millionen K, Die ehemalige
 Staatsschuld von 80 Millionen Gulden ist durch Rückzahlung und
durch Abschreibung zu Lasten des Reservefonds auf 30 Millionen Gulden
=— 60 Millionen K reduziert worden,
Die Deutsche Reichsbank ist erfreulicher Weise nicht durch ein
festes Darlehen an den Staat verhindert, frei über Kapital und Reserven
zu verfügen. Daß auch in Zukunft in dieser Beziehung keine Änderung
aintreten kann, ist durch das Bankgesetz vorgesehen worden,
Durch die Novelle von 1899 ist das Stammkapital der Reichsbank auf
180, der Reservefonds auf 64814000 M erhöht worden. War eine weitere
Vermehrung des Grundkapitals und der Reserven erwünscht? Wie 1899;
so wurde auch 1909 wieder von verschiedenen Seiten für eine Erhöhung
des Grundkapitals und der Reserven plädiert. Die Argumente lauteten

') S. Wilhelm Lexis, Englisches und deutsches Notenbankwesen, in der Inter-1ationalen
 Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und Technik. 1908. S. 907.

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