ähnlich wie früher: Die eigenen Mittel der Bank müssen mit der Ausdehnung
 der Geschäfte wachsen. Um für vermehrte Verbindlichkeiten
mit gleicher Sicherheit garantieren zu können, müsse der Garantiefonds
höher als bei geringen Verpflichtungen sein!), die Reichsbank müsse in
jeder Beziehung die größte Kapitalmacht im Bankwesen darstellen, und
ihr Ansehen beim Volke könne durch die Kapitalvergrößerung nur gewinnen.
 Eine dauernde Beeinflussung des Diskontsatzes erfolge durch
Erhöhung des Grundkapitals insofern, als das der Bank zur Verfügung
gestellte größere Grundvermögen ihre Mittel zur Erfüllung ihrer wirtschaftlichen
 Aufgaben (Diskontierung und Lombardierung) dauernd vermehre?),

Die zur Erhöhung des Grundkapitals erforderlichen Mittel müssen dem
Geldmarkt entnommen werden. Die dadurch entstandene Lücke würde
sich nur durch eine gesteigerte Inanspruchnahme der Reichsbank im
Diskont- und Lombardverkehr ausgleichen lassen. Es würde also nur
eine Verschiebung von Kapitalien des Marktes in die Bank und von der
Bank in den Markt wieder, oder auch umgekehrt, stattfinden. Nur in
dem einen Falle, daß die Erwerber der Reichsbankanteile Ausländer
sind — daß diese besondere Neigung zum Erwerb der Anteile haben
werden, scheint sehr zweifelhaft — und zur Bezahlung Gold nach Deutschland
 senden, würde eine Vermehrung des nationalen Goldschatzes erzielt
werden, Daraus ergibt sich dann auch weiter, daß die Höhe des Grundkapitals
 der Reichsbank auf die Höhe des Diskontsatzes keinen Einfluß
ausüben kann — und bei der letzten Erhöhung von 120 auf 180 Millionen
 M tatsächlich auch nicht ausgeübt hat.
Verglichen mit den anderen Zentralnotenbanken der Welt, rangiert die
Deutsche Reichsbank hinsichtlich ihres Eigenkapitals gleich hinter der
Bank von England, wobei aber zu bemerken ist, daß deren Kapital gänzlich
 festgelegt ist. Als Sicherheitsfonds sind !/, Milliarde M Eigenkapital
der Reichsbank, das unterliegt keinem Zweifel, völlig ausreichend.
Weiter wurde gesagt, zur Gewährung von Lombarddarlehen seien in
der Hauptsache nur die eigenen Mittel der Bank verwendbar, und da
die Summe der Lombarddarlehen sehr gestiegen und auch das Grundstückskonto
 der Reichsbank auf fast 55 Millionen M angewachsen sei,
so müsse das Eigenkapital vermehrt werden. Darauf ist zu erwidemrn: Es

!) S. Hugo Heymann, Reichsbank und Geldverkehr, Berlin 1908, S. 17.
2%) S. Paul Steller, Die Wendung in der deutschen Geld- und Bankfrage
Zöln 1908, S, 105.

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