Er beteiligte sich an Gründungen und rief zahlreiche industrielle Unternehmen
 ins Leben!). In seinem Jahresbericht für 1852 heißt es: „Aufgabe
 eines großen Bankinstituts ist es, nicht sowohl durch eigene große
Beteiligung neue Industriezweige ins Leben zu rufen, als durch die Autorität
 ihrer auf gründlicher Prüfung beruhenden Empfehlung die Kapitalisten
des Landes zu veranlassen, die müssigen Kapitalien solchen Unternehmungen
zuzuwenden, welche, richtig projektiert, wirklichen Bedürfnissen entsprechend
und mit der Garantie einer sachkundigen Leitung versehen, eine angemessene
 Rentabilität in Aussicht stellen.“
Was die Geschäftspolitik des Bankvereins anbelangt, so sind charaktetistisch
 die Bestimmungen über Annahme von Depositengeldern; Nachdem
der Aufsichtsrat bereits in seiner ersten Sitzung den Höchstbetrag für
anzunehmende Depositen auf 2 Millionen Taler begrenzt hatte, werden,
nach dem Geschäftsbericht von 1850, Depositen nur auf 3, 6 und
ı2monatige Kündigung angenommen. „Wir ‚erachten es im Interesse
vollkommener Sicherheit unseres Instituts nicht für zweckmäßig, durch
erleichternde Bedingungen auf eine Steigerung der Depositen hinzuwirken
da wir es weit vorziehen, den Betrieb der Geschäfte, soweit als dies bei
der Natur des Bankverkehrs möglich und mit dem Interesse der Korrespondenten
 vereinbar, nur mit eigenen Mitteln zu bewirken.“ Die Depositen
 betrugen damals nur etwa 1, Million Taler.
Über seine Gründungstätigkeit sagt der Bankverein in seinem Geschäftsbericht
 für ı852, daß er bei allen unter Mitwirkung der Direktion
oder einzelner ihrer Mitglieder ins Leben getretenen oder projektierten
großen Aktiengesellschaften teils direkt gar nicht, teils nur mit höchst
mäßigen Summen beteiligt sei. Später änderte sich dies aber erheblich,
Der Schaaffhausensche Bankverein konnte naturgemäß den immer
größer werdenden Anforderungen, die an das Kapital auf dem Gebiet
der Gründungen und Finanzierungen gestellt wurden, nicht genügen, um
so weniger, als die geplante Kapitalerhöhung nicht die staatliche Genehmigung
 fand. Die sonst in Deutschland vorhandenen Aktienbanken,
wie die Ritterschaftliche Privatbank in Stettin (gegr. 1824), die Bayerische
Hypotheken- und Wechselbank in München (gegr. 1834), die Leipziger
Bank (gegr. 1838) u. a. kamen als Notenbanken für das Gründungszeschäft
 ebensowenig in Betracht, wie die überwiegende Mehrheit der
Privatbankiers.

5) Einzelheiten s, u, a. bei Riesser, a, a. O.