kannten Bedürfnissen entsprechend, bei guter Leitung eine angemessene
Rentabilität verbürgen,“
„Die Bank hat keineswegs die Aufgabe, der Agiotage Vorschub zu
leisten und das Kapital zu unproduktivem Börsenspiel anzuregen, Sie ist
vielmehr berufen, durch eigene Beteiligung und durch Anlage fremder
Fonds solide und große Unternehmungen zu fördern und nach Kräften
durch die auf einem hohen Standpunkt sich darbietende klare Einsicht
in die Gesamtlage der deutschen Industrie dazu mitzuwirken, daß Unternehmungsgeist
 und Kapital in die richtigen, dem Bedürfnisse des Augenblicks
 entsprechende Bahnen geleitet werden. Ihre Organe im In- und
Auslande sollen den Export und Import und ‘die tausend anderen Beziehungen
 der deutschen Industrie zum Geldmarkt vermitteln. Sie hat
das Recht und die Aufgabe, das Kapital, welches bei dem einen Industriellen
 zeitweilig disponibel, dem anderen, der es im gleichen Augenblick
 bedarf, zuzuführen und durch diesen stetigen Austausch die industrielle
 Tätigkeit zu beleben und zu steigern. — Wie bei den großartigen
Unternehmungen der Industrie, so ist sie auch berechtigt, bei den großen
Schöpfungen und bei den Geldgeschäften der Staaten sich zu beteiligen
und das Placement fremder Fonds auch auf diesem Gebiete zu vermitteln.
 — Wie der einzelne, so ist sie, die massenhafte Kollektivpersönlichkeit,
 auf das Maß der eigenen Einsicht, der eigenen Fähigkeit,
angewiesen. Die Gefahren des großen Bankhauses läuft auch sie, jedoch
nicht in vergrößertem, sondern in einem durch statutarische Bestimmungen
beschränkterem Maße.“
Programm und Statuten der Darmstädter Bank sind erheblich von
denen des Credit Mobilier beeinflußt worden und gleichen ihnen in
wesentlichen Punkten. Einige Bestimmungen wieder sind wörtlich dem
Statut des Schaaffhausenschen Bankvereins entnommen. Die Emission verzinslicher
 Obligationen, die für den Credit Mobilier ein wesentliches
Mittel zur Erreichung seiner Zwecke bilden sollte, war auch seitens der
Darmstädter Bank geplant. Die Idee ist aber, glücklicherweise, hier wie
dort nicht zur Ausführung gelangt.
Die Bank pflegte das Emissions- und Gründungsgeschäft in großem
Stil. Eine ihrer ersten Gründungen (1855) war die Bank für Süddeutschland,
 die das Recht der Notenausgabe hatte. —
Die Bankgründungen im Westen und Süden blieben nicht ohne Einiuß
 auf Norddeutschland. Im Jahre 1851 war von David Hansemann,
dem preußischen Finanzminister des Jahres 1848, dem Chef der Preu-281
