Bischen Bank, die Disconto-Gesellschaft in Berlin, nicht als Bank sondern
als „Kreditgesellschaft‘“ begründet worden, und zwar nach Analogie des im
Jahre 1848 in Brüssel gegründeten „Kreditvereins‘“. Ihr Zweck war, ihren
Mitgliedern billigen und hohen Kredit, ev. bis zum zehnfachen Betrage
des eingezahlten Kapitals, zu gewähren, und 2., um sich die Mittel hierfür
 zu schaffen, Gelder zur Verzinsung anzunehmen. Die Erfolge entsprachen
 aber keineswegs den gehegten Erwartungen, und so erfolgte
bald eine Wandelung, es entstand eine wirkliche Bank.
1856 wurde das Unternehmen, unter der Firma „Direktion der Disconto-Gesellschaft‘“,
 in die jetzige Form einer Kommanditgesellschaft auf
Aktien mit 20 Millionen ‘Taler Kapital umgewandelt. Zu den bisherigen
Mitgliedern trat eine zweite Gattung von Beteiligten, die Kommanditäre,
mit voll zu zahlenden Kommanditanteilen, Durch diese Anteile, verbunden
mit der solidarischen Haftung der Geschäftsinhaber, wurde das für die
Verpflichtungen der Gesellschaft garantierende Kapital gebildet.
Im November 1856 wurde das Statut weiter dahin abgeändert, „daß
die Bank befugt sein solle, auch Bergwerkseigentum und industrielle
Etablissements aller Art, mit Einschluß der zum Betriebe dienenden
Nebengrundstücke zu erwerben. Es soll jedoch auch der Erwerb solcher
Immobilien in der Regel nur zum Zweck der Wiederveräußerung oder des
Umsatzes der darin angelegten Kapitalien in Aktien oder ähnliche übertragbare
 Papiere stattfinden, und eine Ausnahme von dieser Regel nur
unter besonders günstigen Umständen (?!) zulässig sein!). Damit
wurde der Weg zu der Tätigkeit gebahnt, bei der die Bank später gıößte
Erfolge, aber auch zahlreiche Enttäuschungen (Dortmunder Union, Venezuela-Bahn,
 Poppsche Druckluftgesellschaft) erlebt hat.
In der Begründung sagt Hansemann: „Der Unternehmungsgeist, ermuntert
 durch steigende Nachfrage, vermehrt die Menge brauchbarer
Sachen und die Anstalten zu schnellem und billigem Transport auf weite
Entfernungen. Die Zunahme der Gütermenge und der Umsätze erheischt
die Vermehrung der Zahlungsmittel und, soweit solche ungeachtet ihres
rascheren Umlaufs nicht ausreichen, ihre Ergänzung durch die Hilfsmittel
des Kredits. Die Ausdehnung der Wirksamkeit solider Geldinstitute ruht
sonach auf einer gesunden Unterlage, auf der Ausdehnung der Produktion
 und des Handels. Wenn unsere Gesellschaft Gelegenheit hat, ihre
nicht nur gemeinnützige sondern auch rentable Tätigkeit zu erweitern, So

!) Ausführliches s. bei Model, a. a. O., 5. 4ff.

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