war seit Entstehung des Schaaffhausenschen Bankvereins die erste und
letzte preußische Aktienbank, deren Statut die Allerhöchste Genehmigung
erhielt, denn bald nachher fielen die Schranken, die bisher die Entstehung
 neuer Banken gehindert hatten. Als ihre Aufgabe und ihren
Zweck stellte sie hin: „Bankgeschäfte aller Art zu betreiben, insbesondere
die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen europäischen
Ländern und überseeischen Märkten zu fördern und zu erleichtern“. Hier
wurde also ein gänzlich neues Programm aufgestellt und damit eine Lücke
in dem bisherigen deutschen Kredit- und Bankwesen ausgefüllt. Ihr gebührt
 in erster Linie das Verdienst, das deutsche Akzept im überseeischen
 Handel eingeführt und der deutschen Währung gebührende Achtung
in fremden Ländern verschafft zu haben. Ihr Name sollte wohl besagen,
daß sie eine deutsche Bank für das Ausland sein wolle. Ein großer Teil
des Laienpublikums hält sie infolge des Namens noch heute für eine
Regierungsbank, und der Reichsadler auf den Ächecks der Bank trägt zu
diesem Glauben nicht wenig bei.
Bei ihrer Gründung wurde die Bank allseitig mit Spott und Hohn
überschüttet. Am 5. Februar 1870 riet der „Frankfurter Aktionär“ den
Gründern der Deutschen Bank, die Sache einschlafen zu lassen. Sie
würden sich dadurch vor einem glänzenden Fiasko bewahren, das ihnen
ohne allen Zweifel drohe, wenn sie sich nicht entschlössen, ihre Aktien
selbst zu übernehmen. In Berlin herrsche absolut keine Geneigtheit für
das Projekt. Als die Bank 1871 ihr Kapital von 5 auf 10 Millionen M
erhöhte, schrieb dieselbe Zeitung: „Die Deutsche Bank hat Aufsehen
gemacht, indem sie ihr Kapital erhöhte, weil, wie dıe böse Welt behauptet,
 die Gründer das ihnen gewährte Recht, neue Aktien zu Pari
zu übernehmen, noch zu guter Zeit ausnützen wollten, Ein Bedürfnis,
das Aktienkapital zu verdoppeln, ist jedenfalls nicht vorhanden, selbst
wenn es wahr sein sollte, daß die Bank bei den Riffpiraten, den Kaffern
and den Schwarzfuß-Indianern Kommanditen errichten will“.
Die Bank beteiligte sich an der German Bank of London in London
und errichtete 1872 Filialen in Hamburg und Bremen. Im Geschäftsentstehen

 könnte, daran hatte damals noch niemand gedacht. Geheimrat Frenkel
erzählte auf dem Münchener Bankiertage aus seinen Erinnerungen, wie damals
der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutschen Bank, Adelbert Delbrück,
mit Energie darüber wachte, daß seiner Firma nicht etwa durch dıe von ihm
mitbegründete Bank Abbruch geschähe. S, a. das Jubiläumswerk, Gebrüder
Schickler 1712—1912, Berlin 1912.