bericht für 1871 heißt es: „Es konnte indessen nicht genügen, wenn
man dem deutschen Importeur und Exporteur in London Kredite eröffnete;
 man mußte ihm auch die Möglichkeit gewähren, diese Kredite
in Deutschland in Anspruch zu nehmen, indem man die deutsche Valhuta
auf den überseeischen Märkten einführte und daselbst als Käufer für die
auf deutsche Wechselplätze gezogenen Tratten auftrat‘. 187 2 bereits wurden
Filialen in Shanghai und Yokohama errichtet, und ein New-VYorker
Bankhaus wurde mit 1!/, Millionen # kommanditiert. 1873 wurde eine
selbständige Filiale in London eröffnet. Die ostasiatischen Filialen wurde
'nfolge der im Krisenjahre 1873 erlittenen Verluste wieder aufgehoben.
Auch sonst hatte die Bank mehrfach Lehrgeld zahlen müssen.
Das Gebiet des Gründungswesens hat die Deutsche Bank erst veraältnismäßig
 spät betreten. Sie hebt in ihrem 2. Geschäftsbericht ausdrücklich
 hervor, daß es ihr nicht wünschenswert erscheine, sich in hervorragender
 Weise mit Schaffung neuer Werte zu befassen und große Kapi-‘alien
 darın festzulegen.
Dagegen hat sie bahnbrechend in einer anderen Beziehung gewirkt.
Während man bisher (s. a. S. 279) ‚es nicht für zweckmäßig gehalten
aatte, „durch erleichternde Bedingungen auf eine Steigerung der Depositen
 hinzuwirken“, vielmehr der Grundsatz befolgt wurde, die Geschäfte
 möglichst mit eigenen Mitteln zu betreiben, führte die Deutsche
Bank das „englische“ System ein. Es konnten bei ihr Beträge von 10
Talern an mit eintägiger, vierzehntägiger, monatiger und dreimonatiger
Kündigungsfrist hinterlegt werden, wogegen sie Verzinsung von 2, 21/,,
3, 312°lo versprach, bezw. in derselben Abstufung Erhöhung oder Ermäßigung,
 je nach Lage des Geldmarktes und der Höhe des Bankdiskonts.
 Im Geschäftsbericht für 1876 schreibt die Bank: „Wie langsam
die Entwickelung des Depositenverkehrs auch vor sich geht, so bleiben
wir doch von der Überzeugung durchdrungen, daß inanbetracht der
zroßen damit verbundenen Bequemlichkeiten, namentlich für unseren
kleinen Handelsstand, dieser Geschäftszweig noch eine bedeutende Zuzunft
 hat.“ Seit dem I. Juli 1877 wurde dem Depositengeschäft eine
selbständige Organisation gegeben. Die Gelder werden in einer abgezweigten
 Abteilung in Diskonten und Lombarddarlehen angelegt, Die
Zahl der Depositenkassen in Berlin, seinen Vororten und an anderen
zroßen Plätzen fand rasche Vermehrung.
Ebenfalls im Jahre 1870 wurde die Commerz- und Disconto-Bank
in Hamburg „zum Betrieb von Bankgeschäften aller Art und von damit
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