zusammenhängenden Geschäften“ errichtet. Am 20. Dezember 1904 wurde
ein Fusionsvertrag mit der Berliner Bank in Berlin geschlossen, wonach
das gesammte Vermögen dieser Bank an die Commerz- und, Disconto-Bank
 übergegangen ist. Dadurch wurde der Schwerpunkt des Geschäfts
nach Berlin übertragen.
Eine Orginalität, d, h. einen neuen wirtschaftlichen Wirkungskreis wie
etwa die Deutsche Bank, besaß die im Jahre 1872 aus dem angesehenen
Bankgeschäft von Michael Kaskel in Dresden hervorgegangenen Dresdner
Bank zunächst nicht. Das Statut gibt als Betätigungsgebiet an: „Betrieb
des Bank- und Kommissionsgeschäftes in allen seinen Teilen.‘ Die‘ Bank
kann Unternehmungen in das Leben rufen; auch ist sie berechtigt,
Zweigniederlassungen, Agenturen und Kommanditen zu errichten.“ 1904
wurde nach Aufnahme der Deutschen Genossenschaftsbank Sörgel, Parrisius
&amp;% Co. eine Genossenschaftsabteilung eingerichtet und die Aufgabe erweitert:
 „Insbesondere gehört die Fürsorge für die bankgeschäftlichen Bedürfnisse
 der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften zu
den Aufgaben der Gesellschaft“,
Wenige Monate nach Gründung der Bank brach eine Krisis über das
deutsche Wirtschaftsleben herein, und die knapp ein Jahr nach der Grünlung
 stattfindende Generalversammlung beschloß die Herabsetzung des.
Aktienkapitals von 8 auf 3,2 Millionen Taler. Für 1873 konnte nur
1,5% Dividende ausgeschüttet werden, was Anlaß gab, eine Liquidation
der Bank in Erwägung zu ziehen. Sie hat aber die Krisis gut überstanden
und ist die einzige der in der Schwindelperiode der siebziger Jahre entstandenen‘
 Banken, die zu einer wirklich hervorragenden Bedeutung gelangt
 ist!).
1882 wurde eine Filiale in Berlin errichtet, die sich rapide entwickelte
and bald die Dresdner Zentrale überflügelte. Die Bank nannte eine Zeit
lang neben Dresden als Sitze Berlin, Hamburg und London. Seit Anlang
 1914 ist auch äußerlich die vorherrschende Stellung von Berlin dokumentiert,
 indem sämtliche Mitglieder des Vorstandes ihren Sitz in
Berlin haben,
Die kritischste Zeit für die Bank war der Herbst 1901, wo ihr gewaltige
 Summen Depositengelder und Kontokorrentguthaben — innerhalb
von 3 Tagen 60 Millionen M — entzogen wurden. Dank Unterstützung
der Reichsbank, die durch große Rediskontierungen hilfsbereit eingeegriffen.

1) S, Model, a. a. O, S. 129.