gerade so sicher ist, wie die durch dieses dargestellte Ware selbst. Ebenso
 haben die Ansichten über Anlage in Effekten eine Wandelung erfahren,
 Während früher, sagte Schinckel einmal, es für eine Zierde
des Bankstatus galt, wenn eine solche Anlage vorhanden war, erklärte
demgegenüber Hansemann einmal: „Für uns Bankiers sind Effekten
die Ware mit der wir handeln; wir suchen sie so häufig wie möglich umzusetzen,
 und häufig genug bleibt man schon darauf sitzen. Das kommt
mir so vor, wie wenn ein Tuchhändler sagt: „Nein, dieses schöne Tuch
verkaufe ich nicht, das ist zu hübsch, das behalte ich und lege es mir hin“.
Die Kassenführung, der Giro- und Inkassoverkehr, das Effektenkommissionsgeschäft,
 die Verwaltung und Aufbewahrung von Wertpapieren,
die Versicherung gegen Kursverlust, die Vermietung von Safes, verschiedene
 Arten der Kreditgewährung — insbesondere auch in Bezug auf
das Warengeschäft — und viele andere Geschäfte, deren Abwickelung
heute ein großes Personal beschäftigt und die, nicht im einzelnen aber
in der Gesamtheit, hohe Gewinne abwerfen, waren früher unbekannt oder
kamen nur ganz vereinzelt vor,
Gewaltige Summen werden der- Industrie und dem Handel zur Verfügung
 gestellt, und, leider, sind und werden auch Spekulationen mit
dem Grund und Boden durch Finanzierungen begünstigt. Damit im
Zusammenhang stehen viele andere Betätigungen im Dienst der Terraininteressen.
 Während ein privater Terrainspekulant warten muß, bis ihm
die Entwickelung günstig ist, können diese die Banken bis zu einem gewissen
 Grade fördern. „Sie unterhalten gute Beziehungen zu den Verkehrsunternehmen,
 deren Politik sie vielfach unter dem Gesichtspunkt
ihrer Terraininteressen zu beeinflussen wissen. Sie stehen durch Personalunion
 in engster Fühlung mit den Hypothekenbanken . .. Schließlich
sind sie in der Lage, ihre Grundstücke zur Basis einer Gründung zu
machen !).“
Das alte Rothschildsche Rezept: Betreibung nur einiger weniger, aber
sehr gewinnbringender Geschäftszweige und Geschäfte, ist für die Aktienbanken,
 die eine möglichst stabile Dividende erstreben und daher eigenes
wie fremdes Kapital dauernd anlegen und ihr großes Beamtenheer das
Jahr über beschäftigen müssen, vollkommen unanwendbar, Immer neue
Aufgaben treten an die Banken heran, und das Wort xayta Get, d. h.

1) S,. Ludwig Eschwege, Bankwelt und Terraingeschäft in der Zeitschrift „Die
Bank“. 1912. 4. Heft.
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