_— und ich schließe mich dabei im großen Ganzen der Ansicht Riessers‘)
an — im Gegensatz zum Credit Mobilier, bereits in der ersten Epoche,
d. h. bis 1870, das Gebiet des öffentlichen (staatlichen, provinzialen,
kommunalen) Anleihekredits mit großem Eifer und meist auch mit
Erfolg gepflegt.
Bei ihnen allen aber hat das Effektengeschäft bei weitem nicht die
Rolle, wie beim Credit Mobilier gespielt. Bei 60 Millionen fr. Kapital
betrugen beim Credit Mobilier die Effektenbestände 1855 101 und 1860
123 Millionen fr. Demgegenüber hatten Ende 1913 z. B. die Deutsche
Bank bei 200 Mill. M Kapital 161 Mill. M (davon 132 Mill. M Reichsund
 Staatsanleihen), die Dresdner Bank bei 200 Mill. M Kapital 43 Mill. M,
die Disconto-Gesellschaft bei 200 Mill, M Kapital 30 Mill. M und die
Darmstädter Bank bei 160 Mill. M Kapital 54 Mill, M Effektenbestände.
Auch die Kursschwankungen der Aktien des Credit Mobilier (Nennwert
500 fr.) waren, worauf Ad. Weber mit Recht hinweist?), erheblich
höher als bei den Aktien von deutschen Banken. Die höchsten und
niedrigsten Kurse des Credit Mobilier waren:
Höchster: Niedrigster: . Höchster: Niedrigster:
1852: 1175 fr. 825 fr. 1854: 800 fr. 450 fr.
1853: 950 fr. 650 fr. 1855: 1650 fr, 750 fr,
Vor allem muß man sich hüten, zu verallgemeinern, und von einigen
schwindelhaften und leichtsinnig geleiteten Unternehmungen, die meist
bald wieder von der Bildfläche verschwunden sind, darf man nicht Schlüsse
auf die Gesamtheit der Banken ziehen. Das harte Urteil von Adolph
Wagner®), dem Altmeister der deutschen Bankliteratur, ist selbst auch
Mr die erste Epoche nur für einen kleinen Teil der Banken zutreffend,
and auch von diesen wieder haben sich einige später zu Kreditinstituten
höherer Art entwickelt und ihre Aufgaben geändert. —
1) Die deutschen Großbanken, a. a. O. 4. Aufl. S. 50f.
2 a, a. OS. 5.
3) In Schönbergs Handbuch der politischen Ökonomie, 3. Aufl, 1890, IS, 423
sagt er u. a.: „In der Jagd nach leichtem Gewinn aus Agio usw. haben sie in
der Zeit der spekulativen Tendenz des Geldmarktes die Spekulation wild entfacht
ınd vollends zur Überspekulation ausarten lassen. Eine Menge mehr oder weniger
anreeller Gründungen und die Verbreitung unsicherer Anleihepapiere ist von ihnen
mit ausgegangen. Die bedenklichste Börsenspekulation haben sie auch sonst vielfach
 begünstigt und sich daran beteiligt. Ihr eigenes und ihnen anvertraute fremde
Vermögen haben sie gefährdet. So muß wohl das Verdikt überwiegend gegen
derartige Geschäfte und gegen die sie betreibenden Aktienbanken ausfallen‘.

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