5, TEIL.

Innere Bankpolitik.

li. Erwerbspolitik.

L., Rentabilität, Sicherheit und Liquidität.

Wenn ein Bankdirektor Kreditgeschäfte eingeht, so erwägt er dreierlei:
r. Was bringt das Geschäft der Bank ein?
2. Werde ich das Kapital, das ich in das Geschäft hineinstecken soll,
äberhaupt zurückbekommen? und’
3. Kann ich das Geld jederzeit, bzw. zu dem vereinbarten Endtermin
zurückziehen ?
Die Antwort auf die im Vordergrund jeder geschäftlichen Entschließung
stehenden. drei Fragen wird in der Regel sich nach dem durch die Erfahrung
 erprobten Satze richten: Je sicherer und liquider die Anlage ist,
desto geringer wird der Profit der Bank sein, oder umgekehrt: Wenn
Jas Geschäft nicht ganz sicher, und auch die Liquidität in Frage gestellt
ist, wird in den Profit eine mehr odet minder hohe Risikoprämie einzerechnet
 werden müssen,
Eine Bank ist, wie jede wirtschaftliche Unternehmung, auf einen Nutzen
bedacht, sie ist Erwerbsinstitut, Ihre Leiter haben als Verwalter fremden
Vermögens die selbstverständliche Pflicht, dem verantwortlichen, und in
erster Linie das Risiko tragenden Grundkapital seinen Gewinnanteil zu
sichern. Schon Adolph Wagner sagt!): „Der Zweck der Banken ist
zunächst der eines jeden Händlers und Kaufmanns: durch Betreibung
‚on Geschäften Gewinn zu erzielen.“ Wie erziele ich Gewinn, und wie
erhöhe ich damit die Rentabilität meines Unternehmens? Das sind
Fragen, die die Bankdirektoren täglich sich stellen und beantworten;

1) Beiträge zur Lehre von den Banken. Leipzig 1857,