niedrig bewertet. Sind erst die Aktionäre und die Öffentlichkeit an eine
höhere Dividende gewöhnt, so ist es, wenn es nicht auch seitens einer
Anzahl anderer Banken geschieht, für die Direktion, im Interesse des
Renommes, ein Schritt, zu dem man sich nur schwer entschließt, mit der
Dividende wieder zurückzugehen. Falsch ist natürlich die Politik, die
irüher öfters befolgt worden ist: Auf Grund des Börsenkurses die Höhe
der Dividende zu bemessen.
An und für sich ist es nur zu begrüßen, wenn eine Bank für innere
Konsolidierung Sorge trägt und durch niedrige Bewertung der Bestände,
hohe Abschreibungen auf zweifelhafte Forderungen usw. sich stille Reserven
 schafft, aber die Bilanzwahrheit darf dadurch nicht zu sehr leiden,
und Erträgnisse eines wichtigen Kontos überhaupt zu verschweigen, wie
es die Dresdner Bank getan hat (s. S. 295), ist eine Bilanzierungsmethode,
von der auch der mildeste Kritiker nicht sagen kann, daß sie durch den
Zweck geheiligt wird. „Schließlich gibt es einen Punkt, bei dem die
Sache anfängt, so dumm zu werden, daß man sich dagegen sträubt, sich
etwas weiter gefallen zu lassen, gegen das man bis dahin keinen Einwand
erhoben hatte, weil einem die Absurdität der Sache nicht so sehr in die
Augen fiel“1l). In schlechten Jahren erfolgt dementsprechend Höherbewertung
 der Aktiven, insbesondere der Konsortialbestände, soweit nicht
gesetzliche Bestimmungen entgegenstehen. Oft werden auf Terrainbesitz
die Debetzinsen zugeschrieben, d. h. dem Terrain-Konto belastet, ohne
daß die Terrains in den nunmehr höheren Wert hineingewachsen sind,
Je gleichmäßiger die Dividende, desto stabiler wird in der Regel auch
der Kurs sein. Keine Verwaltung sieht es heute gern, wenn ihre Aktien
ein Spielpapier sind und größeren Kursschwankungen unterliegen, weil zu
befürchten ist, daß daraus auch Schlüsse auf die Solidität der Bank selbst
gezogen werden, Die Bankdirektion hat insofern Interesse an einem möglichst
 stabilen Kurse ihrer Aktien.
Um möglichst bald, wenigstens ein ungefähres Bild vom Erträgnis
zu erhalten, ist es bei den meisten Banken üblich, auf Grund der bis
Ende Oktober erzielten Gewinne und der Unkosten für die 2 letzen
Monate Schätzungen vorzunehmen. Bei der Zentrale und allen Filialen
und Depositenkassen werden dann Formulare, etwa nach dem Muster auf
S, 312/3 ausgefüllt, und in der Hauptbuchhaltung zusammengestellt,

») Bernhard im Plutus XI, 1%

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