sich unter den Beamten ein Unehrlicher findet, der die Situation
ausnutzt!
Wichtig ist es, vor oder bald nach der Kontoeröffnung, über jeden
Kunden Informationen einzuziehen. Bei vielen Banken bestehen hierüber
immer noch keine Vorschriften, Von dem Standpunkt ausgehend, daß die
Eröffnung eines Kontos unter gleichzeitiger Einzahlung für die Bank zunächst
 kein Risiko mit sich bringt, halten es viele Bankfirmen für über-Aüssig,
 eine Prüfung der Persönlichkeit vorzunehmen und gehen in der
Sorglosigkeit sogar so weit, daß sie ganz unbekannten Personen ein
Scheckbuch aushändigen. Welche Folgen dies haben kann, zeigt folgendes
Betrugsmanöver:
Die Y-Bank in Berlin hatte in üblicher Weise bei dem Girokontor der Reichshauptbank
 die Überweisung eines Betrages von 60000 M an eine Versicherungsgesellschaft
 in L. beantragt. Im Girokontor ist dann. von einem der dort beschäftigten
 Beamten der betr, Überweisungsantrag entwendet und dafür ein gefälschter
 in gleicher Betragshöhe untergeschoben worden, der an die X-Filiale
in St. gestellt war, Dementsprechend ging die Überweisung nach St. an die dortige
 Reichsbankhauptstelle. Die X-Bank in St. erhielt gleichzeitig direkt ein für
solche Zwecke allgemein übliches, ebenfalls gefälschtes Postkartenavis der Y-Bank,
worin ersucht wurde, den Betrag zur Verfügung einer mit Namen bezeichneten
Frau aus G. zu halten und den Empfang der Überweisung der Y-Bank zu bestätigen.
 Bei der X-Bank-Filiale in St, hatte einige Tage vorher eine Frau, die
sich unter dem in dem späteren Postkartenavis bezeichneten Namen vorstellte und
aus G. zu sein vorgab, vorgesprochen, mit der Bitte um Eröffnung eines Kontos.
unter gleichzeitiger Einzahlung einiger hundert M, Der völlig Unbekannten wurde
ühne weiteres ein Konto eröffnet und auch ein Scheckbuch ausgehändigt. Damit
galt die Frau als eingeführt, und als später die Berliner Überweisung eintraf,
wurden ihr dann anstandslos 50000 M ausgezahlt; den Rest ließ sie auf Konto
stehen, da sie angeblich demnächst dafür Wertpapiere kaufen wollte, Wie später
festgestellt wurde, gab es eine Frau des Namens in G, überhaupt nicht,
Die Reichsbank eröffnet prinzipiell Girokonten nur Personen oder Firmen,
die ihr bekannt sind, oder über die sie vorher ausreichende Erkundigungen mit.
entsprechend günstigem Ergebnis einziehen konnte, Im Postscheckverkehr werden
Anträge auf Kontoeröffnung, wenn sie nicht von vornherein an die Bestellungspostanstalt
 des Beitretenden gerichtet worden sind, stets erst dieser zur Prüfung
übergeben, ob der Antragsteller persönlich zu dem Antrage berechtigt ist. Diese
Vorsicht wird gebraucht, obgleich Barauszahlungen auf Grund von Postschecks
an deren Aussteller nur unter Vermittlung der betreffenden Bestellungsanstalt geleistet
 werden, wobei die Legitimation des Empfängers wie bei Postzahlungen
allgemein üblich, geprüft werden muß. Die Privatbanken sollten bei Eröffnung
neuer Konten ebenfalls allgemein diese Sorgfalt anwenden,
Zur Vereitelung betrügerischer Manipulationen im Giroverkehr ist es
sehr zu empfehlen, daß mindestens bei solchen Überweisungen an Ban-22

