ken oder Bankfirmen, die über einen Betrag von 5000 M und darüber
lauten, der Eingang der Zahlung vom Giroempfänger dem Girozahler bestätigt
 wird, und zwar unter genauer Angabe der Art der Verwendung,
 also nicht bloß durch die Mitteilung, der empfangene Betrag sei
„nach Vorschrift“ verwendet worden.
In dem erwähnten Falle traf die Überweisung am 30. Juni einj wenn eine
Empfangsbestätigung ausgefertigt worden wäre, hätte sie die Y-Bank am 1, Juli
erhalten und wahrscheinlich sofort Recherchen bei dem Girokontor der Reichsbank
 angestellt, denn sie hatte nach St. eine solche Überweisung nicht ausgefertigt,
 Der Betrag in St. ist aber erst im Laufe des Vormittags des z. Juli ausgezahlt
 worden; die Auszahlung hätte daher vielleicht noch verhindert werden
können. Auf alle Fälle wäre bei Ausfertigung einer Empfangsbestätigung die Entdeckung
 des Betrugs 2 Tage früher erfolgt und damit für die Ermittlungen ein
wichtiger zeitlicher Vorsprung gewonnen worden..
Als Kompetenzüberschreitung wurden in der Presse die Vorkommnisse
 bei Depositenkassen der Disconto-Gesellschaft bezw. des
Schaaffhausenschen Bankverein in Berlin bezeichnet, als die Leiter dieser
Kassen ohne Vollmacht, und gegen Vorschrift, je einem Kunden einen
Kredit von !/, Million M bezw. 100000 M eingeräumt und dies durch
falsche Buchungen verdeckt hatten. Die betr, Beamten hatten persönliche
Vorteile hiervon nicht gehabt, Es handelte sich um ein Prahlen mit der
eigenen Machtvollkommenheit.
Vollkommen in das Gebiet der Malversation gehört dagegen der Fall
der Danziger Privataktienbank. Die Leiter der Lauenburger Filiale hatten
formell unter dem Namen ihrer Bank, tatsächlich aber für eigene Rechnung,
in starkem Maße Spekulationsgeschäfte bei 4 Berliner Bankfirmen gemacht,
 die einen Verlust von rund 600000 M ergeben hatten. —
Die Kontrollvorschriften haben sich naturgemäß nicht nur auf das bare
Geld und die Wertobjekte, sondern auch auf die Aufzeichnung der Geschäftsfälle,
 die Buchführung und die Bücher zu erstrecken,
Bei großen Instituten findet nicht nur eine Einteilung in Hauptkasse,
Effektenkasse, Kuponkasse, Sortenkasse, Wechsel-.und Devisenbureau usw.
statt, sondern in diesen Bureaus bestehen wieder zahlreiche Unterabceilungen:
 in der Hauptkasse z. B. mehrere Einzahlungs- und Auszahlungskassen
 !). Im Verkehr der Bureaus untereinander jedoch gibt es
nur eine Hauptkasse, eine Effektenkasse usw. Ein Wechsel der
Kassierer untereinander, der ja auch schon durch die Urlaubszeit und

1) 5, Band IS, 466 £,