die Banken unterscheiden können; nach außen hin wäre es aber nicht
zu unterscheiden, und dann wäre der Zweck der ganzen Übung verfehlt1).“
 Adolph Wagner war bereits 1857 in seiner Schrift „Beiträge
zur Lehre von den Banken“ bemüht, den Charakter der fremden Gelder
nach ihrer Herkunft zu erforschen. Von der Natur der menschlichen
Wirtschaft ausgehend, hat er die fremden Gelder eingeteilt in Kapitalien,
für die der Eigentümer zeitweilig keine Beschäftigung hat, und in Gelder,
die von Personen kommen, die der konsumierenden Klasse angehören,
und dementsprechend Kapitaldepositen und Gelddepositen unterschieden,
Auf ähnlicher Grundlage baut, von theoretischen Erwägungen und
praktischen Erfahrungen ausgehend, in scharfsinniger Weise Präsident
Heiligenstadt?) auf. Er sondert die fremden Gelder der Banken, im
Hinblick auf deren Wiederverwendung, nach dem Prinzip, „ob es Gelder
sind, die aus den Kreisen der Produzenten, oder Gelder, die aus den
Kreisen der Konsumenten stammen“. Die Zahl der Personen, die nicht
selbst als Unternehmer an der volkswirtschaftlichen Sachgüterproduktion
direkt gewerbsmäßig, mit eigenem Risiko, beteiligt sind, und die von
ihnen bei den Banken eingezahlten Beträge sind sehr erheblich. Der
Charakter dieser Gelder ist zunächst der, daß sie für die Geldempfänger
die Subsistenzmittel darstellen, um ihre Lebensführung während einer
größeren Periode bestreiten zu können; die Gelder dienen in erster Linie
der Konsumtion. Sie gehen in ziemlich regelmäßigen Terminen, als
Zinsen, Gehälter, Honorare usw. ein, und zwar in Bargeld, wodurch der
volkswirtschaftlichen Produktion zeitweite große Barmittel entzogen werden,
Dieses Betriebskapital so schnell als möglich wieder den produzierenden
Kreisen zuzuführen, liegt im Interesse der gesamten Volkswirtschaft. —
Diesen Geldern gegenüber stehen die Einlagen aller derjenigen, die für
eigenes Risiko an der volkswirtschaftlichen Sachgüterproduktion gewerbsmäßig
 als Unternehmer beteiligt sind. Sie stammen aus einer produktiven
 wirtschaftlichen Unternehmertätigkeit, sind Betriebskapital und gehen
sehr oft im Wege der Diskontierung ein. Es sind dies die Produzenten-,
die eigentlichen Kontokorrentgelder.
Wenn, worauf oben hingewiesen ist, die Banken beim Eingehen einer
neuen Verbindung Erkundigungen über ihren Klienten einziehen, so
kann es wirklich nicht schwer fallen, die Gelder richtig zu klassifizieren,
’) Johannes Kaempf, Bank-Enquete a. a. O. S. 170,
?) Bank-Enquete a, a. O. S. 40 und Verhandlungen des Deutschen Landwirtschaftlichen
 Genossenschaftstages zu Swinemünde am I. und 2, Juli 1909,
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