sterium zur Annahme von Mündelgeldern im Falle des $ 1808 des BGB.
ermächtigt‘“!), so haben sie einen gewissen Vorsprung vor den anderen,
Bisher suchten die Privatfirmen und die Banken, die nicht so große
Ziffern des Kapitals und der Reserven aufführen konnten, dieses „Manko“
durch einen etwas höheren Zinssatz für Depositen und Kontokorrentguthaben
 auszugleichen. Nach den jetzt allerorten geschlossenen Konditionskartellen
 wird ihnen dies nur noch in Ausnahmefällen möglich sein. Es
ist dies entschieden eine Benachteiligung der „Kleinen“ gegenüber den
„Großen“.
Kleider machen Leute, und ein eigenes Bankgebäude mit einem vornehm
ausgestatteten Kassensaal besitzen heute auch viele kapitalschwache Bankfirmen
 und Bankfilialen an kleinen Orten. Man glaubt, dies dem Prestige
schuldig. zu sein; einer überbietet im Luxus, in der Größe der goldnen
Firmenschilder, in der Reklame, der Zahl der livrierten Diener usw., den
anderen. Man sieht dabei mit Schrecken das Anwachsen des Handlungs-Unkosten-Konto,
 aber, um Vertrauen zu erwerben und es sich zu erhalten,
 hält man diese Ausgaben für unbedingt notwendig. Wie bei den
Kleinen, so werden auch bei den Großen die Ausgaben für Repräsentationen
 immer größer. In der Ausstattung der Schalterräume, der Safe-An-‚agen
 und der Sitzungssäle, der Verwendung von Marmor und Gold, der
Anbringung von Schnitzereien und kostbaren Gemälden wird ein Luxus ent-Wickelt,
 wie man ihn früher nie gekannt und geahnt hatte. Alles um
des. Prestiges willen. Einen Palast baute sich kurz vor ihrem Zusammenbruch
 die Leipziger Bank in Leipzig, und das luxuriösest ausgestattete Bankgebäude
 für die damalige Zeit hatte die Pommersche Hypothekenbank
‘n Berlin, die auch durch den Titel „Hofbank“ das schwindende Verirauen
 wieder zu stärken suchte?),

4) 8 z808 lautet: „Kann die Anlegung den Umständen nach nicht in der im
$ 1807 bezeichneten Weise erfolgen, so ist das Geld bei der Reichsbank, bei
ainer Staatsbank oder bei einer anderen durch Landesgesetz dazu für
Zzeeignet erklärten inländischen Bank oder bei einer Hinterlegungsstelle
anzulegen.
* Dieses Streben nach übermäßiger Eleganz und größtem Komfort ist mir besonders
 auch bei den französischen Banken aufgefallen. In Paris, wie in der
Provinz, besitzen die größeren Institute pompöse Empfangsräume und vornehm eingerichtete
 Schreib- und Lesezimmer zur Benutzung fürs Publikum. Mehr oder
weniger dezent findet der Besucher Hinweise auf die Höhe des Kapitals, der
Reserven und der fremden Gelder, die ihm besagen sollen, daß er dem Institut
anbedingtes Vertrauen schenken könne.

471