Durch Stiftungen und Beiträge für Unternehmungen und Zwecke aller
Art, die die Banken und Bankiers in größeren Beträgen leisten, durch
ehrenamtliche Tätigkeit der, durch ihren Beruf ohnedies schon stark in
Anspruch genommenen Direktoren bei gemeinnützigen Bestrebungen wird
die Bank in weiteren Kreisen bekannt, und das Vertrauen zu ihr wird
gefestigt. Auch von den Filialdirektoren und Depositenkassenvorstehern
fordert man ein repräsentables Auftreten und sieht es vor allem auch
gern, wenn sie Reserveoffiziere sind.
Daß der Kursstand der Aktien von großer Bedeutung für die Bemessung
 des Vertrauens ist, das einer Bank geschenkt wird, und daß
infolgedessen auch die Banken hierbei korrigierend eingreifen, war bereits
‘s. S. 315) erwähnt worden.
Die Politik vieler Banken zielt weiter dahin, zu verhüten, daß über
größere Verluste, die sie erlitten haben, in der breiten Öffentlichkeit diskutiert
 wird, weil dann starke Übertreibungen zu befürchten seien. „Nur
nicht im Handelsteil der Tageszeitungen oder in der Finanzpresse, im
Zusammenhang mit Pleiten und anderen Verlusten, genannt werden“ —
wie oft hört man diesen Wunsch von Bankdirektoren! Nicht nur ältere
Bankdirektoren, die es von früher her gewohnt sind, sondern auch jüngere
Kollegen vertreten manchmal die Ansicht: Was in meinem Betriebe vorgeht,
 ist eine interne Angelegenheit und kümmert gar nichts die Presse
und die Öffentlichkeit; den Aktionären geben wir Rechenschaft in der
Generalversammlung; eine vorherige Bekanntmachung von Verlusten, die
eventuell durch Gewinne noch wieder kompensiert werden können, ist
nur geeignet, unseren Kredit und damit auch unsere Aktionäre zu
schädigen.
Pflicht jeder Tagespresse ist es, die Leser von allen bedeutenderen
Vorgängen in Kenntnis zu setzen, so daß diese in der Lage sind, sich
ein eigenes Urteil zu bilden. Der Handelsteil unserer Tageszeitungen
hat eine immer weitere Ausgestaltung erfahren, und eine Finanzpresse
ist entstanden, die, zusammen mit sachkundigen HMandelsredakteuren, einzig
und allein der Sache dienen will und dem öffentlichen Wohl zu Liebe
sachkundige Kritik an öffentlichen Unternehmungen übt, Handelsteil und
Inseratenteil sind heute bei der anständigen Presse, die eine Bedeutung
beansprucht, vollkommen getrennt, so daß es bei ihr unmöglich ist, durch
Aufgabe eines Inserats oder sonstwie die Ansichten des Handelsredakteurs
zu beeinflussen.
Der Handelsredakteur kann aber nur kritisch sein, wenn iıllm vom

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