besitzt, daß ihr die Mitteilungen nach bestem Wissen gemacht sind,
Hiergegen ist leider seitens einiger Bankdirektionen, und zwar nicht nur
von kleineren Instituten, manchmal gefehlt worden.
Falsche Gerüchte verbreiten sich oft mit Windeseile, und der run auf
die Bank, den sie zur Folge haben, kann, besonders in kritischen Zeiten,
das betreffende Institut zu Grunde richten. Nicht immer laufen sie so
harmlos ab, wie in dem folgenden Falle: Ich befinde mich auf einer
Reise und lese in einer großen Berliner Zeitung unter den Depeschen
ohne weiteren Kommentar: „In W, ist gestern Abend ein Extrablatt verbreitet
 worden, des Inhalts, daß die hiesige Filiale der M.-Bank nicht in
der Lage gewesen ist, Gelder, die von ihr abgefordert wurden, zurückzuzahlen.“
 Obgleich es für mich gar keinem Zweifel unterlag, daß es sich
nur um ein Mißverständnis oder eine böswillige Erfindung handeln. konnte,
bekam ich doch — es handelte sich um eine kleine Filiale der Bank,
dessen Vorstande ich damals angehörte, — 'in anbetracht‘ der Konsequenzen,
 zu denen dies führen konnte, keinen gelinden Schreck. Die
Sache wurde schnell aufgeklärt: Ein Arbeiter, der sich in angeheitertem
Zustand befand, hatte der Bank eine Anweisung präsentiert, deren Zahlung
 abgelehnt wurde, da sie formell nicht in Ordnung war, Abends in
der Kneipe erzählte er, die Bank sei nicht in der Lage, lumpige paar
Mark zu zahlen, und ein kleiner Buchdrucker sucht daraus Kapital zu
schlagen, indem er schnell ein Extrablatt herstellt und in den Straßen
verkauft. Die Filiale wurde selbstverständlich auf schnellstem Wege mit
größeren Barvorräten versehen, aber da die Aufklärung sofort erfolgte,
die Hauptdirektion eine humoristisch gehaltene Erklärung abgab, und die
Bankfiliale durch Anschlag sich bereit erklärte, sofort alle Gelder, auch
die mit längerer Kündigungsfrist, zurückzuzahlen, wurde nur sehr geringe
Beträge abgehoben,
Läuft die Sache schlimmer. ab, so kann, wie gesagt, die Handelspresse
sehr viel zur Beruhigung beitragen, wie auch umgekehrt, besonders in
kritischen Zeiten, ihren Warnrufen große Beachtung geschenkt wird, Eine
sehr verantwortungsvolle Aufgabe ist es also, die der Handels- und Finanzpresse
 zufällt, und ein Mißbrauch der Macht kann unabsehbare Folgen
haben.
Im Anschluß hieran sei auch mit ein paar Worten auf die sog. Re-Volverpresse
 eingegangen, der es” weniger auf Abonnenten als auf In-Serate
 ankommt. Erhalten sie diese, insbesondere die Bilanzannonce nicht,
so ziehen sie andere Seiten auf, deuten an, daß sie einen Aufsatz ver-351
