die Bank zusteht, muß die Gewißheit haben, nicht nur daß er überhaupt
 sondern zu jeder Zeit auf Zahlung rechnen kann —, und 2.
wieviel von ihren Mitteln die Bank derart angelegt hat, daß sie sie
nötigenfalls sofort auszahlen, bzw. zu barem Gelde machen kann. Das
Verhältnis dieser beiden Summen ergibt die Liquiditätsquote,
Zu den deckungsbedürftigen Verbindlichkeiten werden allgemein
I. sämtliche Kontokorrentkreditoren. und Depositen, 2. die Akzepte und
Schecks gerechnet; auch von den Avalakzepten müßte ein bestimmter
Prozentsatz berücksichtigt werden und 3. die Ansprüche auf den am
Ende des Jahres noch unverteilten Reingewinn.
Als liquide Mittel, als leicht greifbare Anlagen gelten, unter der
Voraussetzung, - daß die Reichsbank und die Börse noch funktionieren,
ı. Kasse, Guthaben bei der Reichsbank, Sorten und Kupons, 2. Nostroguthaben,
 d. h. Kreditsalden bei anderen Banken und Bankiers, 3. Wechsel,
Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere‘ und ein Teil
der Vorschüsse auf Waren, 4. ein Teil der Effektenbestände, nämlich
diejenigen Werte, die leicht verkäuflich oder lombardfähig sind’).
Schematisch läßt sich aus den schon mehrfach erwähnten Gründen
nicht verfahren, und der Klassifizierung der verschiedenen Aktiva ist
daher nur ein bedingter Wert beizumessen. Wenn auf Grund praktischer
Erfahrungen einzelnen Arten der Vermögensanlage eine Vorzugsstellung
eingeräumt wird, so müssen die Kritiker doch immer und immer wieder
betonen, daß die ermittelten Prozentsätze nicht absolut, sondern relativ
zu bewerten sind, insofern, als darin lediglich eine Entwickelung zum
Ausdruck gelangt. ,
Die Methoden der Liquiditätsberechnung weichen, zum Teil nicht unwesentlich,
 von einander ab.
Der Deutsche Ökonomist rechnete früher zu den Verbindlichkeiten:
Kreditoren, Depositen, Akzepte, Schecks, Reingewinne und sonstige Aktiva,
und zu leicht greifbaren Mitteln: Kasse, Guthaben, Wechsel, Lombards,
Reports und Effekten, Seit 1913 legt er einen etwas strengeren Maß-Stab
 an und betrachtet als liquide Mittel nur: Kasse, Giroguthaben bei
der Reichsbank ‚und ander Zentralnotenbanken, Nostroguthaben bei

1) S. Nikolaus Hansen, Das Problem der Liquidität im deutschen Kreditbankwesen.
 Stuttgart 1910. Rießer a. a, O. S. 449ff. Materialien zur Frage des
Depositenwesens, Berlin 1910 S. 132. Deutscher Ökonomist, Die Bank, Frankfurter
 Zeitung, Plutus u. a.

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