hinzu, daß sehr viele Banken ihre Bilanzen „frisieren“; bei den Zweimonatsbilanzen
 wohl weniger als bei den Jahresbilanzen, wo noch manche
Verschönerungen erfolgen, um möglichst Hquide zu erscheinen. Vielerlei
Mittel sind hierbei in Gebrauch; von der Verbuchung der in den ersten
Tagen des neuen Jahres eingehenden Überweisungen, Barsendungen,
Effekten- und Kuponeingängen „in alter Rechnung“ an, bis zu dieser
oder jener m. E. nicht mehr ganz einwandfreien Umbuchung, vor allem
auf Konsortial-Konto,
Es gibt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, eine Anzahl Banken, die
ihrer Hauptkasse und ihren Filialen und Depositenkassen strenge Anweisung
 geben, nur effektive Barbestände als bare Kasse aufzunehmen,
keineswegs aber erst später eingehende Beträge. Es gibt aber auch Banken,
die an den Ausweistagen mit möglichst hohen Kassenbeständen erscheinen
wollen und zu diesem Zweck Schecks, Diskonten, Inkassi und andere
Posten als bare Kasse aufnehmen, größere Beträge hingegen, die die
Kundschaft abhebt oder überweisen läßt, erst einen Tag nach dem Ausweistage
 — Valuta selbstverständlich Tag des tatsächlichen Ausganges —
verbuchen. Zum Inkasso gegebene Wechsel werden, entgegen sonstigem
Gebrauch, sofort gutgebracht und, wenn möglich, auch bei der Reichsbank
 diskontiert. Eine Anzahl Kunden werden, zur Herabminderung ihres
Debetsaldos, ersucht, Diskonten und Inkassi hereinzugeben, ihre Abhebungen
 und sonstige Kassedispositionen aber möglichst bis nach dem
Ausweistage zu verschieben, und zwar mit der Motivierung, daß die
Zentrale die Salden per Ultimo prüft und den Filial- bezw. Depositenkassen-Vorstehern
 bei hoher Belastung, bezw. nicht hinreichender Deckung
der Konten Vorhaltungen macht.
Das sind einige der „kleinen Mittel“, die angewendet werden, um die
Liquidität günstiger erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich ist. Als eine
grobe Selbsttäuschung und Irreführung des Publikums muß es aber bezeichnet
 werden, wenn Banken die Debitoren dadurch verringern, daß
sie einen Geschäftsinhaber in Höhe des Debetsaldos auf seine Firma
trassieren. lassen und diesen Wechsel dann diskontieren und in ihr Portefeuille
 nehmen, oder wenn Banken, die Tochtergesellschaften haben,
deren Geschäftsjahr mit einem anderen Termin endet, an diesem Termin
einen Teil deren Engagements übernehmen und selbstverständlich dann
verlangen, daß bei Ablauf ihres eigenen Geschäftsjahres Reciprocität geübt
 werde,
Noch schlimmer, hoffentlich auch einzig dastehend, ist folgender Fall,
24 Obst, Bankpolitik. 269