gegen 19.6°% auf. Etwas anders wird das Bild, wenn man auch die
liquiden Mittel IL Ranges bei der Deckung berücksichtigt. Zwar erscheint
auch hier die Essener Credit-Anstalt mit 77.8°%, an erster und die Deutsche
Bank mit 71.9 % an zweiter Stelle, dagegen ist das Verhältnis der
Mitteldeutschen Privat-Bank von diesem Gesichtspunkte aus gesehen mit
58,7% relativ noch günstig. Hinter ihr rangieren noch eine Reihe anderer
 Institute,
Selbst die detaillierteste Liquiditätsberechnung kann kein genaues Bild
geben, und letzten Endes wird die Entwicklung und das Renommee einer
Bank abhängen von der Gewissenhaftigkeit, Vorsicht und Tüchtigkeit der
Männer, die an ihrer Spitze stehen. Eine vorsichtige Leitung muß aber
so ipso eine größere Liquidität aller Aktivposten anstreben.
Der am leichtesten kontrollierbare Teil der Aktiven ist der Kassenbestand.
 Das Reichsbank-Direktorium hat öfters darauf hingewiesen, daß
liquide Mittel nur dann auch volkswirtschaftlich wirksam sind, wenn sie
zum erheblichen Teil in Barmitteln bestehen — daß Banken trotz verhältnismäßig
 hoher Barreserven zusammengebrochen sind, steht damit in
keinem Widerspruch. Die zunehmende Konzentrationsbewegung, d.h. die
Aufsaugung von früher selbständigen Privatfirmen hat zu einer Verringerung
 der Kassenbestände geführt, und es muß leider konstatiert werden,
daß trotz aller Wünsche und Mahnungen in der Bank-Enquete das Verhältnis
 der Barreserven der Banken zu ihren Verbindlichkeiten sich
in den letzten Jahren im Durchschnitt nicht gebessert hat.
Es hatten Ende 1013:

Bank für Handel und Industrie
Commerz- und Disconto-Bank
Deutsche Bank * m m ®
Disconto-Gesellschaft . . .
Dresdner Bank . . . ..
Mitteldeutsche Creditbank . .
Nationalbank für Deutschland
Schaaffhausenscher Bankverein

Kreditoren
Mill. M

607,68
315,97
ı 580,04
674,02
958,40
130,77
240,72
344,21

Kasse
9% der
Mill. M are,

23,14
8,26
909,35
40,02
47,02
5,28
6,75
12,56

Zro
2,6
5,7
5,9
4:9
4,0
2,6
3,6

4851,81 | 232,98 | 48
Durchschnittlich stellte sich also das Bardeckungsverhältnis der Depositen
 und Kreditoren bei den 8 Berliner Großbanken, die Zweimonatsbilanzen.
 veröffentlichen, nur auf 4,8 un — nimmt man den Durchschnitt
380