Unterstützungen an die Familien der Einberufenen usw. kommen, Die
Gesamtkosten werden wahrscheinlich aber noch erheblich höher sein.
Si vis pacem, para bellum, d. h. das beste Mittel zur Vermeidung
eines Krieges, oder doch eines unglücklichen Verlaufes, ist die stete Kriegsbereitschaft.
 Genau so wichtig wie die militärische, ist die wirtschaftliche
 und finanzielle Kriegsrüstung!), und aus dieser Erkenntnis heraus
sind in letzter Zeit von Bankpraktikern und Nationalökonomen Werke
und Abhandlungen erschienen, die sich eingehend mit dieser Frage beschäftigen
 ?),
Nur wenn unsere militärische und finanzielle Rüstung. auf der Höhe
steht, würden wir, sagt Rießer, aus einem Kriege als Sieger hervorgehen,
und‘ alle sich daraus ergebenden Konsequenzen ziehen können. Der
Ausgang des russisch-japanischen Kriegs ist eine sehr ernsthafte Lehre
hierfür: nur aus der finanziellen Schwäche Japans war der vorzeitige
Friedensschluß und der Verzicht Japans auf jede Kriegskostenentschädigung
 zu erklären: „die gewaltige nationale Begeisterung Japans und seine
starke taktische Überlegenheit knüpfte Sieg auf Sieg an seine Fahnen,
seine geringe finanzielle Kriegsbereitschaft aber war die Achillesferse des
Siegers und die Rettung des Besiegten“. Rießer schlägt dann vor, zur
ständigen Überwachung und Beratung dieser Fragen einen „finanziellen
Generalstab“ schon in Friedenszeiten heranzuziehen, besser noch einen
„wirtschaftlichen Generalstab“, der neben den Fragen der finanziellen
 Kriegsbereitschaft und Kriegführung auch das ganze Transportund
 vor allem das Verpflegzungswesen mit zu bearbeiten hätte.

1) Max M, Warburg sagt in seinem Referat auf dem III, Bankiertage: „Wir
brauchen eine wirtschaftliche Vorbereitung für den Krieg, auch wenn der
Ernstfall nie eintreten sollte, da eine derartige Vorbereitung nichts weiter bedeutet,
 als die Erziehung unseres Volkes zur rationellen Entwickelung unserer
gesamten ökonomischen Kräfte, einer Entwickelung, welche uns zugleich in
wirtschaftlichen Krisen vor schweren Erschütterungen bewahren
würde,“
% Biemer-Liefmann, Die finanzielle Mobilmachung. Gießen 1913. Fritz
Neubürger, Die Kriegsbereitschaft des deutschen Geld- und Kapitalmarktes.
Berlin 1973. I. Rießer, Finanzielle Kriegsbereitschaft und Kriegsführung, 2. Aufl.
Jena ı913, Moritz Ströll, Über das deutsche Geldwesen .im Kriegsfalle,
Schmollers Jahrb, XXMI, 1899 S. 173ff., 437 ff. Derselbe, Über den Zahlmittelbedarf
 Deutschlands, Bankarchiv XI, S. 390ff. Max Schinckel, Nationale
Pflichten der Banken und Kapitalisten im Kriegsfall, Bank-Archiv V. S, 41 ff,
Max M, Warburg, Finanzielle Kriegsbereitschaft und Börsengesetz, Referat.
auf dem III, Bankiertage, Berlin 1907. Joh. Plenge, Diskontpolitik a. a. O, S. 273 ff.
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