auch in Kriegs- und Krisenzeiten uns keinen Sorgen hinsichtlich des Funktionierens
 unseres Geld- und Zahlungsverkehrs hinzugeben. Daß aber hinsichtlich
 der Liquidität noch sehr vieles zu tun übrig bleibt, hatten wir
gesehen.

IV. Sozial- und Angestelltenpolitik,
1. Die soziale Stellung der Bankbeamten,

Im Jahre 1882 betrug die Zahl der im Bankiergewerbe beschäftigten,
iachmännisch vorgebildeten Personen — Chefs, Direktoren und Prokuristen
 nicht eingerechnet — 11600. 1895 war ihre Zahl auf 22600,
[907 auf 49000 angewachsen, und heute dürfte sie rund 60000 betragen.
 Ihnen gegenüber haben die Bankiers und Bankdirektoren in immer
steigendem Maße soziale Pflichten zu erfüllen, soweit es in ihren
Kräften steht?).
Aus der großen Gruppe der Handlungsgehilfen haben sich die „Bankkommis“
 herausgehoben, die später, zuerst in den Banken, dann allgemein,
die Bezeichnung „Bankbeamte“ annahmen. Der Bankbeamte ist keine
„vorübergehende ‚Erscheinung‘ mehr, wie in den 50er und 6oer Jahren
des vorigen Jahrhunderts, sondern eine bleibende Einrichtung, für den
das Dichterwort gilt: „als dienendes Glied schließ’ an ein Ganzes dich an“,
Während der Bankkommis früher danach strebte, Bankier zu werden,
geht heute sein Trachten dahin, die Stellung eines „Vorgesetzten“ zu
arringen,
Der übliche Bildungsweg ist: Besuch eines Gymnasiums oder Realgymnasiums
 bis zur Reife für Ober-Sekunda oder Unter-Prima und dann
eine dreijährige Lehrzeit in einem Bankgeschäft, einer Provinzbank, neuerdings
 auch vielfach in den Depositenkassen einer Großbank. Nach deren
Beendigung erfolgt Anstellung als Beamter mit einem Jahresgehalt, das
meist nicht über 1200 M beträgt, wozu aber noch etwa 300 M Weihnachts-
 und Abschlußgratifikation treten. Gehalt und Gratifikationen steigen
allmählich, und zwar für die Mehrheit der Beamten in bestimmten Zwischenräumen.
 Beiden Teilen steht es frei, das Dienstverhältnis für den
Schluß eines Kalendervierteljahres, unter Einhalt einer Kündigungsfrist
von 6 Wochen, zu kündigen ($ 60 HGB,).
Das Anfangsgehalt und das Einkommen der Mehrheit der Bankbeamten
überhaupt hat sich durch die Vermehrung der Banken und durch den

1) S. a. Verhandlungen des I, Deutschen Bankiertapes, Frankfurt a. M. 1902,

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