Konzentrationsprozeß erheblich verschlechtert. So hat z. B. ein erstes
Berliner Institut, das in den 70er Jahren bereits keinen Beamten unter 600
Talern Fixum anstellte, heute, dem Beispiele der anderen Banken folgend,
das Anfangsgehalt auf 1200—1500 M, d. h. entsprechend dem verminderten
 Geldwerte, auf etwa die Hälfte reduziert, Was für die Aktienbanken
 "gilt, trifft auch für die Mehrheit der Privatbankgeschäfte zu,
Worin ist die Ursache hierfür zu suchen? Es ist feststehend, daß die
Gewinne im Bankgewerbe prozentual der Umsätze und der verursachten
Arbeit erheblich zurückgegangen sind. Der Inkasso- und Zahlungsverkehr,
die Kontrollen, Statistiken, Monatsausweise usw. erfordern einen großen
Beamtenkörper, ohne daß direkt mit diesen Arbeiten Gewinne erzielt
werden. Haben die Bestrebungen der Banken und Bankiers, eine Besserung
 der Konditionen herbeizuführen, den von diesen gewünschten Erfolg,
so wird auch den Wünschen der Bankbeamtenschaft auf Gehaltsaufbesserungen
 wieder mehr Rechnung getragen werden können. Sehr treffend
bemerkte auf der ır. Hauptversammlung des Deutschen Bankbeamten-Vereins
 ein Redner: „Nur im verständnisvollen Zusammenarbeiten mit
den Leitungen der Banken kann die Gehaltsfrage rasch vorwärts gebracht
werden“1), und der Vorsitzende Max Fürstenberg sagte: „Nur auf der
Basis eines blühenden Gewerbes seien soziale Fortschritte für die Arbeitnehmer,
 insbesondere in der Gehaltsfrage, denkbar“.
Der Nachwuchs im Bankgewerbe ist sehr groß. Nach außen gilt es
für die meisten für viel vornehmer, den Sohn in einem Bank- als in
einem Waren- oder Fabrikationsgeschäft die Handlung erlernen zu lassen,
und ihr Vorhaben wird ihnen sehr erleichtert, indem manche Privatfirmen
und Provinzfilialen von Banken eine Anzahl von Lehrlingen annehmen,
die in keinem Verhältnis zur Zahl der Beamten und der Größe des Geschäftes
 stehen. Da für diejenigen, die im Bankgeschäft gelernt haben,
der Übergang in eine andere Branche sehr schwer ist, da außerdem aber
viele, die im Warengeschäft gelernt haben, den Wunsch hegen, zur Bank
überzugehen, ist das. Angebot meist größer als die Zahl der neu zu be-Setzenden
 Stellen.
Einen Druck auf die Gehälter übt weiter auch die Frauenarbeit im
Bankgewerbe aus. Während manche Banken Damen überhaupt nicht oder
nur als Stenographinnen oder Telephonistinnen beschäftigen, finden wir in
vielen Bankbetrieben auch zahlreich Damen mit banktechnischen Arbeiten,

2) S. Bankbeamten-Zeitung XVII, 14.