in der Buchhaltung, Korrespondenz usw., betraut, Nach den Erhebungen
des Deutschen Bankbeamten - Vereins sind im Jahre 1912 1147 Damen
mit banktechnischen und 1261 mit mechanischen Arbeiten bei Banken
und Bankiers tätig, Die Darmstädter Bank in Berlin beschäftigt allein
gegen 200 weibliche Angestellte, und in der Münchner Filiale dieser Bank
soll etwa die Hälfte der Angestellten dem weiblichen Geschlecht angehören?),

Mit dieser Konkurrenz der Frauen müssen die Bankbeamten rechnen,
and wenn hierdurch deren Gehälter gedrückt worden sind, so ist zum
großen Teil die Bankbeamtenschaft selbst schuld daran, indem sie die
weiblichen Angestellten nicht in ihren Verein aufgenommen und an ihren
‚achwissenschaftlichen Vorlesungen hat teilnehmen lassen. Ich habe vor
[2 und mehr Jahren bereits, als ich noch Bankbeamter und zweiter Vorsitzender
 des Vereins der Bankbeamten in Berlin war — besonders auch
im Hinblick auf die französischen Verhältnisse, die ich 1902 bei meiner
informatorischen Tätigkeit im Credit Lyonnais und in anderen Pariser
Banken kennen gelernt hatte —, stark betont, daß kein Bankbeamten-Verein
 die Frau hindern könne, in den Bankbeamten-Beruf einzutreten,
daß die Vereinsleitungen aber, im wohlverstandenen eigenen Interesse,
es als ihre Aufgabe betrachten müssten, der Frau bessere Lebens- und
Existenzbedingungen zu schaffen. Wenn sie dafür sorgen, daß auch die
Frauen eine gute banktechnische Vorbildung genießen, werden diese nicht
mehr Preisdrückerinnen sein. Die überwiegende Mehrheit des Vorstandes
and auch der übrigen Bankbeamtenschaft erklärte sich — leider, muß ich
m Interesse der Bankbeamtenschaft sagen — Prinzipiell dagegen,
Aus demletzten Generalversammlungsbericht des Deutschen Bankbeamten-Vereins
 sehe ich aber, daß von weitsichtigen Bankbeamten auch heute
noch, aus den gleichen Erwägungen heraus, dieselben Forderungen gestellt.
 werden. Herr Ploch sagt: „Wir müssen verlangen, daß die Frau
ihre Arbeitskraft nicht um einen sö geringen Preis verkauft, sondern daß
sie bestrebt ist, ihre Kenntnisse des Bankwesens zu verbessern; dies kann
nur geschehen, wenn die Frau, wie der junge Mann, eine 2—3 jährige
Lehrzeit im Bankgewerbe durchmachen muß und nicht mehr, wie es jetzt
zeschieht, von einem Handelsschulkursus aus in unseren Beruf dringt.“
Ich persönlich habe mit der Frauenarbeit im Bankberuf die besten
Erfahrungen gemacht. In meinem Bankseminar an der Berliner Handels-)

 S. Bankbeamten-Zeitung XVII, 14.

190