Bei den größten Privatbankgeschäften sind die Gehaltsverhältnisse
ähnlich, wie bei den Großbanken; nur das Anfangsgehalt ist in der Regel
höher — eine dieser vornehmsten Firmen engagierte früher keinen Beamten
 unter 2400 M Fixum, wozu noch mindestens 1000 M OGratifikationen
 hinzutraten. Die Prokuristen beziehen teilweise ein erheblich
höheres Einkommen als bei den Aktienbanken.
Bei mittleren und kleineren Privatfirmen, kleineren Aktienund
 Genossenschaftsbanken sind die Einkommensverhältnisse sehr
verschiedenartig. Viele arbeiten, zur Verbilligung der Unkosten, mit einem
großen Stab von Lehrlingen, teilweise auch von Volontären, Das Anfangsgehalt
 ist meist ebenfalls 1200 M, doch sind die Gratifikationen, die in der
Regel nur zu Weihnachten gezahlt werden, niedriger als bei den Großbanken,
 und in die bei diesen für Durchschnittsbeamte gültigen Endgehälter
gelangt nur ein Teil der Beamten, Bei vielen Privatfirmen besteht das
Bestreben, möglichst viel billige Kräfte zu beschäftigen. Sie veranlassen
 daher die ausgelernten Lehrlinge, sich bei einem Staatsinstitut oder
einer Großbank um Anstellung zu bewerben.
Die gleiche Politik befolgen eine große Anzahl Provinzbanken und
Filialen von Großbanken in der Provinz. Das Anfangsgehalt ist hier oft
nur 1000 M, und die Steigerungen betragen meist nur 150—200 M. Gratifikation
 wird in der Regel nur einmal im Jahre, zu Weihnachten oder
nach der Generalversammlung gezahlt. Bei den Filialen erfolgen die Zulagen
 meist durch die Direktion der Zentrale, nach Vorschlag der Filialdirektion.
 Kleinere Filialen dürfen in der Regel auch nicht selbständig neue
Beamte engagieren, sondern bekommen diese von der Zentrale zugewiesen.
Zwar trägt jeder Bankbeamte den „Marschallstab im Tornister‘“, doch
ist im allgemeinen leider die Chance der Bankbeamten, schnell vorwärts
zu kommen, in bessere, selbständigere Stellen aufzurücken, nicht sehr
groß. Sie ist aber durch den Konzentrationsprozeß und die dadurch bedingte
 Vermehrung der Filialen und Depositenkassen, die Schaffung zahlreicher
 Revisorenposten eher besser als schlechter geworden, und tüchtige
Männer werden immer gebraucht. Stets ist meines Wissens auch bei Aufgehen
 von Privatfirmen und Aktienbanken in größere Institute die Übernahme
 der bisherigen Angestellten zur Bedingung gemacht, und diesen
ist nun mehr als bisher die Möglichkeit zum Vorwärtskommen gegeben
worden. Ein Engagieren aus anderen Betrieben kommt, wie schon erwähnt,
 nur selten vor, da die Bank in der Regel in der Lage ist, Ersatz
für bessere Stellen aus den eigenen Reihen zu schaffen.

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