den „Widerstandsfond“, „das äußere Wahrzeichen der Macht der Organisation“
 — bis April 1914 sind 53300 M eingegangen — bezeugen,
und sehr großes ‘Vereins-Interesse, wie die Kaufmannsgerichts- Wahlen im
Februar 1914 ergeben haben).
Um ein ganz unparteiisches Urteil über die Tätigkeit und Kampfesweise
 fällen zu können, habe ich die mir von der Verbandsleitung zur
Verfügung gestellten, bisher erschienenen Nummern des „Deutschen Bankbeamten“
 durchgesehen. Mein in der Bankpraxis gebildetes Urteil haben
sie aber nicht umzustoßen vermocht.
Gerade die Bankdirektoren, die, wie ich, niemals den Herrenstandpunkt
vertreten, sondern jeden Beamten, der seine Pflicht tut, als Mitarbeiter
und Kameraden betrachten, werden, im Interesse der Bankbeamten, diese
radikalgewerkschaftliche Kampfesweise bedauern, Sie benimmt dem Bankbeamten
 die Freude an seinem Beruf, die Lust an der Arbeit und die
Hoffnung auf ein Vorwärtskommen; er wird erbittert. Der Angestellte
sieht in dem Chef seinen Gegner, über dessen geschäftliche Erfolge er
sich ärgert, und dessen Misserfolge in seiner Kurzsichtigkeit er bejubelt,
Zwischen Bankbeamten und anderen Handlungsgehilfen und Arbeitern
besteht eben, aus verschiedenen Gründen, ein so erheblicher Unterschied,
daß die gewerkschaftliche Kampfesweise keinerlei Aussicht auf Erfolg hat.
Derjenige, der — vor etwa ı2 Jahren war es wohl — das Wort „Bankarbeiter“
 geprägt hat, hat dem Bankbeamtenstande damit sicherlich keinen
Dienst geleistet.
Die Taktik des Allgemeinen Verbandes geht nun dahin, Vertreter zu
den Generalversammlungen der Banken zu senden und dort ihre Wünsche
und Beschwerden vorzubringen, Der Modus ist nicht neu: In den Generalversammlungen
 der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft trat eine Reihe
von Jahren der Bund der technisch-industriellen Beamten mit Fragen
auf, die die Besoldung und den Betrieb betrafen, und in den Generalversammlungen
 der Großen Berliner Straßenbahn sind zu gleichem Zweck
Vertreter des Transportarbeiter-Verbandes erschienen. Dort hat man sich
an diese Gäste bereits gewöhnt; in den Generalversammlungen der Banken
stellen sie aber ein Novum dar.

2) Bei den am 7%. Juni 1914 erfolgten Wahlen zum Aufsichtsrat und zum Rechnungsausschuß
 der allgemeinen neutralen Pensionskasse wurden jedoch im ı, Wahlgange
 für die Liste des Allgemeinen Verbandes nur 262, gegen 10122 Stimmen
für die Liste des Deutschen Bankbeamten Vereins abgegeben.