Man braucht nicht auf dem Standpunkt des Vorsitzenden des Aufsichtsrates
 der Deutschen Bank zu stehen, „daß die Debatte über die
Beamten überhaupt nicht in die Generalversammlung gEhöre, da sie eine
interne Angelegenheit der Verwaltung sei“, sondern kann sagen: Es muß
auch für den Aufsichtsrat und die Aktionäre von Interesse sein, Wünsche
der Beamten und Angestellten zu hören, denn sie sind ein sehr wertvolles
 Aktivum in der Bilanz. Sie arbeitsfreudig und möglichst zufriedengestellt
 zu sehen, muß ein lebhafter Wunsch der Direktion und des Aufsichtsrates
 sein. Nach den Berichten, die ich gelesen habe, scheint aber
die sehr viel Takt erfordernde Vertretung durch die Sprecher des gewerkschaftlichen
 Verbandes nicht sehr geschickt erfolgt zu sein, und die geplante
 Demonstration blieb ohne jeden praktischen Erfolg.
Die schärfste Mißbilligung aber würde es verdienen, wenn die
Verbandsleitung nicht davor zurückschrecken sollte, Geschäftsgeheimnisse
 preiszugeben. In der Verbandszeitung!) heißt es:

„Wer erwartet hatte, daß wir uns bekannte Interna vorbringen würden, ist nicht
auf seine Rechnung gekommen, Auch deren Aufrollung lehnen wir nicht
grundsätzlich ab. Aber ihre Verwendung stellt das allerletzte Mittel dar, von
dem wir nur dann Gebrauch machen würden, wenn alle anderen Möglichkeiten
erschöpft sind und zu keinem Erfolge geführt haben. Den maßgebenden Instanzen
aber kann es nicht fremd sein, daß in der Beamtenschaft die genaueste Kenntnis
vieler Dinge vorhanden ist, die unter Umständen der Organisation eine
scharfe Waffe in die Hand geben. Die Bankleitungen ziehen jedenfalls im
wohltuenden Gegensatz zu gewissen anderen Instanzen aus unserem Vorgehen die
Lehre, daß der Verband unter allen Umständen bestrebt ist, die Besserung der
Verhältnisse der Bankbeamten energisch in die Hand zu nehmen. Unsere Generalversammlungsbesuche
 stellen daher für die Bankleitungen das letzte Glied
in der Kette der Erkenntnis dar, daß gegenüber den Interessen des Kapitals, das
bisher, ohne Widerstand zu finden, nach jeder Richtung hin frei schalten und
walten konnte, in unserem Verbande eine Instanz erstanden ist, die die Interessen
der Arbeit mit Nachdruck vertritt.“

Der ebenfalls auf gewerkschaftlicher Grundlage beruhende Österreichische
Bankbeamtenverband,‘ der vom Deutschen Verband öfter als Vorbild
hingestellt ist, schreibt hierzu:
„Nie würde die Organisation in ihrer gegenwärtigen Form und Führung zur
Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen schreiten. Solche Akte der Sabotage übt nur
ein Häufchen Verzweifelter, nicht eine ihrer Kraft und Verantwortung sich bewußte
 Gesamtheit eines Standes,‘

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