schüsse, wie sie schon in vielen anderen Berufen bestehen, in gleicher
Weise gedient werden, Nur wenn Arbeitswilligkeit und Arbeitsfreudigkeit
der Beamten dauernd erhalten bleiben, wird es auch in Zukunft möglich
sein, weiter günstige Resultate im Bankwesen zu erzielen,

4. Die Berufsbildung der Bankbeamten,

Am 24. Oktober des Jahres 1899 sprach ich im „Verein der Bankbeamten
 in Berlin“ über die „Fachbildung des Bankbeamten“. Ich wies
daraufhin, daß auch der Bankbeamtenverein der allgemeinen Zeitströmung
mehr als bisher Rechnung tragen und in Zukunft in einer gediegenen
fachwissenschaftlichen Ausbildung seiner Mitglieder eine seiner
Hauptaufgaben suchen müsse und sagte:
„Dies ist m. E. der einzige Weg zur Hebung des Niveaus unseres ganzen
Standes und zur Besserung der sozialen Lage des einzelnen. Infolge der
immer mehr um sich greifenden Konzentration des Bankbetriebes und
des dadurch bedingten Verschwindens zahlreicher mittlerer und kleinerer
Bankgeschäfte ist naturgemäß vielfach eine Verschlechterung in der praktischen
 Ausbildung des Nachwuchses eingetreten, womit aber nicht gesagt
 sein soll, daß es nicht auch heute noch eine Anzahl Bankfirmen
gäbe, die ihren Lehrlingen Gelegenheit bieten, etwas Tüchtiges zu lernen?).
Wer seine Lehrzeit unter diesen günstigen Verhältnissen absolviert hat,
besitzt einen gewaltigen Vorsprung vor den Kollegen, die von ihren Chefs
als billige Arbeitskraft ausgenutzt worden sind und sich nur einen geringen
 Teil praktischer Kenntnisse aneignen konnten, Das auf Grund
praktischer Erfahrungen erlangte Wissen bildet das Fundament, auf dem
theoretische Kenntnisse leicht aufgebaut werden können, Diese wird sich
auch der aneignen müssen, der die denkbar günstigste Lehre hinter sich

1) Pessimistischer urteilte und schilderte die Verhältnisse damals der „Deutsche
Ökonomist‘“ (Jahrgang 1901, Seite 497): „Es ist durchgehende Regel (?),
daß die Banklehrlinge, nach Absolvierung ihrer Lehrzeit die wichtigsten Teile des
Geschäfts nicht kennen gelernt haben. Man läßt die Lehrlinge um so lieber ohne
volle Ausbildung, als sie dann, unselbständig und hilflos, dort bleiben, wo sie
sind, anstatt andere Stellen zu suchen, Es handelt sich hier um junge Leute,
welche durchweg eine gute Schulbildung genossen haben, und aus denen naturgemäß
 ein großer Teil der Direktoren hervorgehen könnte und sollte, Aber, für
die Direktorialstellen sind gewöhnlich schon genug Anwärter in den Söhnen
von Freunden und Verwandten vorhanden, welche man Jurisprudenz
studieren läßt.“

27 Obst, Bankpolitik.