immer größer werdenden Konzentrierung im Bankbetriebe und der dadurch
 bedingten veränderten Lage der Bankbeamten würde sich eine nicht
allzuschwere Aufnahmeprüfung empfehlen. Sie hätte Vorzüge für die Chefs,
die nunmehr eine besser vorgebildete Beamtenschaft erhielten, wie auch
für die Angestellten, denen bei den Banken, nach Bestehen der Prüfung
wie einer bestimmten Probezeit, lebenslängliche Anstellung mit garantierten
 Mindestgehältern zuzusichern wäre.
Zu unterscheiden von diesen Aufnahmeprüfungen würden die von der
vergrößerten und erweiterten Fachschule der inzwischen hoffentlich versinten
 Bankbeamtenvereine im Beisein von Chefs und Angestellten auf
weitere Gebiete sich erstreckenden Examina sein, zu deren Bestehen
 eine längere, intensive Beschäftigung mit den betreffenden Materien
erforderlich sein wird. Wenn auch hierdurch der Nepotismus, über den
im Bankbeamtenstande noch immer geklagt wird, nicht gänzlich beseitigt
 werden und es auch fernerhin vorkommen wird, daß der eine oder
andere seine Stellung einzig und allein verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen
 Beziehungen verdankt, so würden die Examina doch den
Vorzug haben, daß alle einsichtigen Bankleiter diejenigen ihrer Beamten,
die ihr Wissen und Können auf diese Weise oder durch ein gutes Examen
an einer Handelshochschule dokumentiert haben, in Zukunft nicht mehr
auf einem toten Posten, vielleicht gar in einer abgelegenen Filiale verkümmern
 lassen würden, sondern sie an eine Stelle setzen, an der sie ihre
Kenntnisse zum Nutzen der Bank verwenden können.
Wer heute vorwärts kommen will, muß sich über den Durchschnitt
 erheben. In treffenden Worten hat dies einmal ein aus eigener
Kraft emporgekommener Direktor einer unserer ersten Großbanken zum
Ausdruck gebracht, als er in seinem Institut einen Beamten sah, mit dem
er vor einigen zwanzig Jahren in einer andern Bank an demselben Pulte
mit dem gleichen Gehalt gearbeitet hatte. Der Direktor erkundigt sich
nach den Verhältnissen und erfährt, daß er einen ziemlich untergeordneten
und daher auch schlecht bezahlten Posten bekleidet. „Obgleich ich während
meiner ganzen Dienstzeit meine Pflicht erfüllt habe,“ sagt der Beamte,
„bin ich nicht vorwärts gekommen.“ „Ja,“ erwidert der Direktor, „wenn
ich in meinem Leben mechanisch nur das getan hätte, was mir aufgetragen
 worden war, dann würde ich auch niemals in diese leitende Stellung
aufgerückt sein.“