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Nationalbank für Deutschland, und viele andere Institute gehen davon aus,
daß sie durch eine weite Verzweigung am festesten Wurzel im Wirtschaftsleben.
 fassen können.
Die Deutsche Bank mußte, um ihrer selbst gewählten Aufgabe, dem
auswärtigen Handel zu dienen, gerecht werden zu können, an den Hauptplätzen
 des Außenhandels vertreten sein. So entstanden ihre Filialen in
Bremen (1871), Hamburg (1872) und London (1873). Mit Ausdehnung
der Beziehungen steigert sich die Konzentration der Kapitalien und die
Expansion des Geschäftsbetriebes.
Ist der Weg der Dezentralisation erst einmal beschritten, so ergibt
sich daraus von selbst ein Fusionieren und Aufsaugen von Privatgeschäften,
Aktienbanken, Genossenschaften usw., auf deren verschiedenen Formen
ınd Systeme im nächsten Kapitel zurückzukommen sein wird.
In etwas stärkerem Tempo erfolgte die Konzentrationsbewegung bereits
um 1873. Anfang der 1870er Jahre hatten einige größere Banken durch
Gründung von Tochterunternehmungen, die wiederum durch Filialen das
Bankgeschäft eines größeren Bezirkes pflegen sollten, ihren Geschäftsumfang
 zu erweitern gesucht. Es entstanden die sog. „Provinzial“-Banken,
deren bekannteste die im Jahre 1871 von der Disconto-Gesellschaft mit
einem Kapital von nominell 30 Mill. M begründete, 1878 in Liquidation
getretene Provinzial-Discontogesellschaft war. Die Krisis von 1873 hatte
vielen in der Gründerzeit errichteten Banken übel mitgespielt, und sie
sahen, daß sie vor einem Zusammenbruch sich nur durch Aufgehen in
ein anderes Unternehmen retten konnten. Die Banken, die inzwischen
eine günstige Entwicklung genommen hatten, führten eine Anzahl von
Liquidationen der bedrängten Banken durch. Sie übernahmen die zur
Zeit schwer realisierbaren Aktiva und erzielten bei diesem „Entgründen‘“
 nicht nur ansehnliche Gewinne, sondern sie stärkten ihre Macht
und ihren Einfluß auch wesentlich dadurch, daß sie sich die wertvollen
Geschäftsverbindungen dieser in Liquidation tretenden Banken sicherten.
Begünstigt wurde die Konzentration weiter durch den mit dem Jahre
1895 einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem aber auch durch
die Stempelsteuer- und Börsengesetzgebung, die, natürlich unbeabsichtigt,
 eine starke Schwächung der kleinen Betriebe zur Folge hatte,
„eine Monopolisierung des Bankgeschäftes in wenigen mächtigen Händen“,
wie es die Frankfurter Zeitung prophezeit hatte, ”
Das Reichsstempelgesetz von 1894 hatte den bisherigen Umsatzstempel
 verdoppelt, und das Gesetz von 1900 brachte eine weitere Er-130
