Die Banken suchten und suchen dauernd solche Fusionsobjekte. Wollen
sie sich an einem bestimmten Platze niederlassen, so gehen sie der Reihe
nach die dort befindlichen selbständigen, noch nicht zu einem Konzern
gehörigen Banken und Bankfirmen durch und nehmen direkt oder durch
sinen Mittelsmann mit den in Betracht kommenden Firmen Fühlung.
Ist der Chef einer Firma einer Fusion nicht abgeneigt, so sucht er,
das ist sein gutes Recht, sich zu einem möglichst hohen Preise zu verkaufen.
 Die streng vertraulich zu führenden Verhandlungen sind oft von
langer Dauer und sehr schwierig. Die übernehmende Bank kann keine
definitive Zusage geben, ehe sie nicht einen näheren Einblick in die Bilanz
and die Geschäftsverhältnisse der aufzunehmenden Firma genommen hat,
und diese will sich natürlich auch nicht eher dekouvrieren, als bis sie
mit ziemlicher Sicherheit annehmen kann, daß die Verhandlungen zu
ainem Ergebnis führen.
Der Übernahmepreis wird oft, zum Teil wenigstens, in Aktien der

;ichtsratsmandate in ganz Deutschland in seiner Hand vereinigt, Sie alle mit ihren
zum Teil außerordentlich weit verzweigten Interessen werden nun durch diese
Fusion der Disconto-Gesellschaft nahe gebracht.
Zur Begründung des Verschmelzungsvertrages führte Dr. Salomonsohn
 in der Generalversammlung der Disconto-Gesellschaft noch folgendes aus:
„Zum zweitenmal innerhalb weniger Wochen beantragt der, Aufsichtsrat eine Erhöhung
 des Kommanditkapitals. Die ganze Entwicklung unseres Wirtschaftslebens
hat dazu geführt, daß die Schwerindustrie immer mehr in den Vordergrund gerückt,
 und daß sie nach dem Westen zu gedrängt wird. Diesem Entwicklungsgang
mußten die Banken folgen. Auch die Disconto-Gesellschaft hat dies getan, sie hat
enge Beziehungen zum Barmer Bankverein und zu dem Kölner Bankhause Sal,
Oppenheim jr. &amp; Co, angeknüpft —, sie hielt es aber für ihre Pflicht, diese Beziehungen
 noch weiter auszubauen, als sich ihr Gelegenheit bot, sich mit dem
Schaaffhausenschen Bankverein zu verschmelzen, Die Anregung hierzu wär schon
vor einiger Zeit von der Disconto-Gesellschaft gegeben worden, blieb jedoch erfolglos.
 Als dann die Fusion der Deutschen Bank mit der Bergisch-Märkischen Bank
Tatsache wurde, schien uns der Moment gekommen, wo wir den Entschluß zu
lem Verschmelzungsvertrage mit dem Kölner Institut fassen mußten. Wir nahmen
Veranlassung, nochmals an den Bankverein heranzutreten, weil wir die Überzeugung
gewonnen hatten, daß der Schritt der Deutschen Bank einen Aufschub. für die
Diskonto-Gesellschaft nicht duldet, Die leitenden Persönlichkeiten des Bankvereins
konnten sich jetzt der Richtigkeit dieser Idee nicht verschließen, Auf dem Wege
Freundschaftlicher Übereinkunft ist man dann sehr schnell zu einem Rezultat
 gekommen.“
Diese Begründung ist in mancherlei Hinsicht charakteristisch und sehr beachtenswert,
 Um eine bloße Ziffernjagd handelt es sich jedenfalls nicht,
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