ständigerhaltung des Bankvereins bessere Erfolge erzielen werden, als
wenn wir aus ihm eine Filiale unseres Instituts gemacht hätten.“
Nachdem die Disconto-Gesellschaft sich im Besitze sämtlicher 145
Millionen M Schaaffhausen-Aktien befindet, wird sie eine veränderte
Buchung der Schaaffhausenwerte vornehmen, die im Effekt auf eine Zusammenlegung
 der Schaaffhausenaktien hinausläuft, Es soll nämlich
 eine neue Schaaffhausen-Gesellschaft mit einem Aktienkapital
 von 100 Millionen M und einem Reservefonds von 10 Millionen
 M gegründet werden, und in diese neue Gesellschaft sollen die
Vermögenswerte des bisherigen Schaaffhausenschen Bankvereins eingeoracht
 und zu den verringerten Buchwerten, die die niedrigere Bemessung
les Aktienkapitals gestattet, in die Bilanz eingestellt werden,
Die Kosten der Transaktion sind sehr erheblich: Der Stempel auf
die neuen Disconto-Anteile wird rund 6 Millionen M, auf die Aktien des
neu zu bildenden Schaaffhausenschen Bankvereins 5 Millionen M beiragen.
 Mit den verschiedenen. andern Steuern (Talon-, Immobilien-, Wertzuwachssteuern)
 und Abgaben wird mit rund ı3 Millionen M Unkosten
zu rechnen sein. Hierzu treten noch die bei jeder Interessengemeinschaft
durch Aktienbesitz entstehenden laufenden Unkosten, wie größere Gehälter
 und Tantiemen durch mehrere Direktionen und Aufsichtsräte, vor
allem vermehrte Steuern. Findet bei der Aktiengesellschaft ohnedies
schon eine Doppelbesteuerung statt, durch Erfassung des Einkommens bezw.
Ertrages 1, bei der Gesellschaft, 2. beim Aktionär, so erfolgt bei Beteiligungsgesellschaften
 eine dreifache Besteuerung‘?).

') Das Berliner Tageblatt, 1914 Nr. 243, schreibt hierzu: „Der durch die
äbernommene Bank erzielte Reingewinn, der faktisch, in Form der Dividende,
auch einen Teil des Reingewinnes der Übernehmerin bildet, ist in doppelter Beziehung
 tantiemepflichtig, nämlich gegenüber Aufsichtsrat und Vorstand bezw,
Geschäftsinhabern beider Gesellschaften. Der Grund besteht darin, daß formaljuristisch
 jede der Gesellschaften den Gewinn gemacht hat, obwohl er
faktisch natürlich nur einmal verdient ist. Ein Beispiel aus der Praxis wird dies
klarlegen. Die Norddeutsche Bank in Hamburg zahlte auf ihr Aktienkapital
in Höhe von 50 Millionen M, das sich vollständig in den Händen der Disconto-Gesellschaft
 befindet, eine Dividende von 10°, , gleich 5 Millionen M, nachdem
bereits vorher Geschäftsinhaber und Aufsichtsrat der Norddeutschen Bank ihre
Gewinnbeteiligung erhalten haben, Dieser von der Norddeutschen Bank verdiente
Betrag von 5 Millionen M tritt nun bei der Disconto-Gesellschaft ebenfalls in die
Erscheinung, Die Folge ist, daß von demselben Betrage auch Aufsichtsrat und
Geschäftsinhaber der Disconto-Gesellschaft Tantieme erhalten. Dasselbe Bild wiederaolt
 sich bei den Steuern; hier werden aber die Summen, die den Aktionären
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