nutzt. Bei Emissionen erfolgt häufig ein Zusammengehen beider Banken,
und bei Placierung von Effekten räumen sie sich gegenseitig Höchst-Bonifikationssätze
 ein.
Diese Beziehungen können sehr verschiedener Art sein. Mitunter sind
sie nur eine Vorstufe zur völligen Beherrschung der Provinzbank. Mitunter
 kann oder will diese aber eine weitgehendere Bindung nicht eingehen.
 Sie kann es nicht, wenn sie selbst in den Konzentrationsprozeß
aktiv eingegriffen hat, indem sie sich eine Anzahl Institute angegliedert
hat, die in freundschaftlichen Beziehungen zu verschiedenen Konzernbanken
 gestanden haben und diese Beziehungen auch als Filialen der
Provinzbank noch weiter aufrecht erhalten wollen; und sie will es nicht,
wenn ihre Direktoren und Aufsichtsräte den Wunsch hegen, frei und
anabhängig zu schalten und zu walten.
Diese Banken arbeiten am Berliner Platz mit einer größeren Anzahl
Bankhäuser und genießen von diesen allen auch Vorteile mannigfacher
Art. In kritischen Zeiten werden sie vermutlich aber kein Institut finden,
das voll und ganz so für sie eintritt, wie die Großbank für ihre Konzernbank,
 die sie nötigenfalls saniert und in sich, bezw. in eine ihrer anderen
 Konzernbanken?) aufnimmt. Für diese unabhängigen Banken besteht
daher noch eine weit größere Pflicht, für eine dauernd gute Liquidität
Sorge zu tragen, wie für andere Institute, die durch die Solidarität des
Kapitals und der Interessen gesichert sind.

Ö) Vertragsmäßige Einigung über Verteilung von Gewinn und
Verlust.

Die Beteiligung, von der bisher die Rede war, schafft mehr oder weniger
ain Subordinationsverhältnis, Wollen zwei Banken eine Interessengemeinschaft
 eingehen und, weil sie von gleicher Größe und Macht sind, dabei
als Gleichberechtigte miteinander verkehren, so kann dies auf dem Wege
der vertragsmäßigen Einigung geschehen. Es erfolgen Vereinbarungen hinsichtlich
 der Geschäftspolitik und der Verteilung der Gewinne und Verluste.
Das klassische Beispiel hierfür ist die am 10. Dezember 1903 zwischen
der Dresdner Bank und dem A. Schaaffhausenschen Bankverein ge-2

 So erfolgte 1912 die Fusion des durch große Verluste geschwächten Essener
Bankvereins mit der Essener Creditanstalt, die ihr Kapital um 18 Millionen M
erhöhte. Beide Banken gehörten dem Konzern der Deutschen Bank an, für die
die Kapitalerhöhung in diesem Falle keine Erweiterung, sondern nur eine Verschiebung
 bedeutete,

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