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Kupons werden oft 4—6 Wochen ‚vor Fälligkeit eingelöst. Einige Banken
stellen sogar Safes zur Aufbewahrung von Wertpapieren kostenfrei zur
Verfügung, andere übernehmen den Scheckstempel auf Unkostenkonto1).
Depositengelder wollte man um jeden Preis haben, und die Filialen und
und Depositenkassen sollten die Emissionspapiere der Bank plazieren,
Nachdem die Provisions- und Zinsgewinne, und durch das „Warenhausprinzip“
 der Großbanken auch die Effektenvermittelungsgebühren auf ein
Minimum herabgedrückt worden waren, mußten auch die Provinzbanken
und Provinzbankiers ihrerseits wieder bemüht sein, günstigere Konditionen
von ihrem Berliner Bankhause zu erzielen, und bei der Jagd vieler
Berliner Banken und Bankiers nach Börsenorders gelang ihnen dies auch.
Das Publikum hatte sich inzwischen an die günstigen Konditionen und
die hohen Zinssätze gewöhnt und drohte, bei einer Abänderung zu ihren
Ungunsten, das Konto zu einer anderen Bank oder Bankfirma zu legen.
So war eine Erhöhung der Sätze nur durch ein gemeinschaftliches Vorgehen
 der Banken und Bankiers möglich. Man war sich klar, daß der
scharfe Konkurrenzkampf der Banken einer Verständigung unter den Beteiligten
 Platz machen müsse, da sonst die Rentabilität und Solidität des
Bankgeschäftes zu sehr zu leiden hätte, Die Reichsbank befürwortete eifrigst
die Bestrebungen der Banken nach Herbeiführung einheitlicher Bedingungen
 für alle bankgeschäftlichen Verrichtungen, in der Annahme,
daß dann die Banken mehr bemüht sein werden, den Forderungen der
Reichsbank, nach Haltung großer Barbestände und Barreserven und Eindämmung
 der Kredite und der Spekulation gerecht zu werden.
In den 1912/13 stattgefundenen Verhandlungen der „Vereinigung von
Berliner Banken und Bankiers“ wurde betont, daß die Mitglieder der
Berliner Stempelvereinigung seit längerer Zeit, und in Übereinstimmung
 mit dem Reichsbankpräsidenten, über Maßnahmen beraten hätten,
die zur Abstellung von Mißständen im deutschen Bankgewerbe geeignet
seien. Wenn bei diesen Reformbestrebungen zwei Punkte: die Kreditgewährung
 und der bankgeschäftliche Wettbewerb, in den Vordergrund
gestellt worden seien, So beabsichtige man nicht etwa eine Umwälzung
des deutschen Bankkreditsystems, das die lebende Quelle des blühenden
deutschen Wirtschafts- und Erwerbslebens sei, und ebensowenig eine Unterdrückung
 jedes freien Wettbewerbs, der für ein tatkräftiges Vorwärtsschreiten
 unentbehrlich bleibe, Man wende sich nur gegen gewisse Über-')

 S, Blätter für Genossenschaftswesen, LXI, 21.