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Den Privatbankiers wird also insofern eine Konzession gemacht, als sie
in vielen Fällen Provision nur von der einen (größeren) Seite zu erheben
brauchen, während die Großbanken auf beiden Seiten des Kontokorrents
Provision rechnen müssen. Um dieses 1/,%7 sollen die Bankiers billiger
arbeiten dürfen als die Banken.
Nötigenfalls will man als Zwangsmittel die Aussperrung anwenden:
„Es soll darauf hingewirkt werden, daß die Bankvereinigungen an den
auswärtigen Bankplätzen ihre Effektengeschäfte an der Berliner Börse
nur durch Bankfirmen ausführen lassen, die den Provisionsabmachungen
beigetreten sind“,
Die Verhandlungen mit den Maklern haben bisher zu keiner
Verständigung geführt. Man will den Maklern, die direkt mit der Kundschaft
 arbeiten, also den Banken und Bankiers Konkurrenz machen,
künftig weder Courtage noch Stempel vergüten. Da nun die weitaus größte
Zahl der Makler Kundschaft außerhalb der Börse hat und Orders für
sie ausführt, so ist der Widerspruch der Makler begreiflich. Sie würden
ohne jedes Äquivalent auf sichere Einnahmen verzichten müssen, wenn
sie sich den Bedingungen der Stempelvereinigung kampflos unterwerfen
wollten. Da die Makler, soweit man die Situation überblicken kann, vorerst
 fest zusammenhalten, so ist es schwer abzusehen, wie die Banken ihnen
gegenüber ihre Forderungen durchsetzen sollten, Man müßte die Makler
die sich den Bedingungen nicht unterwerfen, boykottieren, und das läßt
sich in der Praxis nicht durchführen, weil das ganze Geschäft stocken
würde, wenn bei jedem einzelnen Schluß erst geprüft werden müßte,
&gt;b der Makler ein Außenseiter oder ein Inseiter ist!).
Große Schwierigkeiten bereitet auch die Beleihungsfrage bei Effektenspekulationen.
 Die Börseaner behaupten, daß bei der Höhe der verlangten
 Marge das Effektengeschäft nicht bestehen könne. Im Interesse
der Solidität und der Eindämmung der Spekulation Privater wäre es
aber sehr wünschenswert, wenn es gelänge, gerade in diesem Punkte
strikte Vereinbarungen zu treffen, die, wie schon erwähnt, auch im In-'eresse
 der Kundschaft selbst liegen,
Solange nicht die Fragen hinsichtlich der Beleihungshöhe und der
Provision befriedigende Lösung gefunden haben, steht das Konditionenkartell
 auf sehr schwachen Füßen. Alle Firmen anzuschließen, wird wohl
stets nur ein frommer Wunsch bleiben. Wenn die Privatbankiers sich

!) S, Leipziger Tageblatt. Handelsteil vom 19, März 1914.