wirken die Banken ebenfalls so weit wie möglich in verschiedener Weise
mit, und schaffen sich dadurch nicht nur einen einmaligen Provisionsgewinn,
 sondern einen dauernden Einfluß auf das Unternehmen, Eine
Neugründung erfolgt verhältnismäßig selten in Aktienform.
Von den Formen des industriellen Emissionsgeschäftes hatten wir das
Gründungs-, Sanierungs- und Fusionsgeschäft betrachtet. Bei Neuanlagen
und größerem Geldbedarf aus sonstigen Gründen kommt weiter in Betracht
 die Erhöhung des Aktienkapitals oder (und) die Ausgabe von
Partialobligationen, mit oder ohne Sicherheitshypothek, die seit der
ersten Anleihe des Hörder Vereins im Jahre 1871, im Betrage von ı!), Millionen
 M, einen immer größeren Umfang angenommen hat,
Erhöht das Industrieunternehmen sein Grundkapital, so läßt es sich
vorher von seiner Bank ein Gebot auf die Aktien machen. Diese erklärt
sich, wenn die Generalversammlung die Erhöhung des Grundkapitals beschlossen.
 hat, bereit, die neuen Aktien zu einem festgesetzten Kurse zu
übernehmen, ev. mit der Verpflichtung, die Aktien den bisherigen Aktionären
 zu einem bestimmten Kurse zu überlassen (s. Band I). Die Bank
wird Teilhaber des Unternehmens, aber, wie bei der Gründung, nur in
der Hoffnung, die Teilhaberschaft baldmöglichst mit Gewinn einem anderen
abtreten zu können und mit den Aktien Handel zu treiben, Die Bank
wird Unternehmer, in der Absicht, die einzelnen Unternehmerquoten an
Kapitalisten abzulassen!).
Im allgemeinen erfolgt die Ausgabe von Aktien zu Beschaffung der
Geldmittel für dauernde Anlagen, die Ausgabe von Obligationen, die
innerhalb einer Reihe von Jahren getilgt werden, zur Beschaffung von
Geldern, die nur vorübergehend im Betrieb angelegt werden, oder für
Anlagen, die nach einer bestimmten (längeren) Zeit abgeschrieben werden.
Doch sind auch mehrere andere spezielle und allgemeine börsentechnische
Momente für die Wahl, ob Aktien oder Obligationen emittiert werden,
bestimmend. Die Obligation belastet dauernd das Unternehmen mit festen
Zinsen, gewährt aber andererseits den Vorteil, daß eine Verwässerung des
Aktienkapitals vermieden wird, d. h. daß in guten Jahren das Erträgnis
sich auf einen größeren Aktienbetrag verteilt.
Die Obligationen müssen natürlich von vornherein dem Gläubiger genügend
 Sicherheit bieten. Äußerlich kommt diese Sicherheit zum großen
Teil bereits im Aktienkurs zum Ausdruck,

i) Heinrich Sattler, Die Effektenbanken, Leipzig 1890. S. 29,