Gewährung des Kredits, und nachher dauernd bei Branchekundigen Informationen
 einziehen (s. Band I, S. 264ff.).
Das Bankgeschäft, das an vielen Orten aus dem Warenhandel sich
entwickelt hat, tritt nun wieder in engste Verbindung mit diesem: Auf
dem Umwege der Bevorschussung der Waren ist die Bank teilweise schon
wieder selbst Warenhändlerin geworden. Indem sie für die bei ihr eingelagerten
 bevorschußten Waren ein Verkaufslimit erhält, kann sie die
Beleihungsgrenze höher bemessen. Am meisten entwickelt habe ich dieses
„gemischte Bankgeschäft“ in Ägypten gefunden. Baumwollhandel und
Finanzierung des Baumwollgeschäftes sind, in Alexandrien insbesondere,
oft in einer Hand vereint. Der Händler, der die Baumwolle im Innern
des Landes aufgekauft hat und. sie nach Alexandrien schaffen läßt, kann
gleich nach Einlagerung der Ware im Speicher der Bank etwa 80 9% des
Wertes der Ware erhalten und damit den Produzenten bezahlen. Durch
Beamte der Bank, die den Baumwollmarkt besuchen, erfolgt dann der Verkauf.
 Neben gewaltigen Lagerräumen besitzen die großen Banken, die
dieses Geschäft vorzugsweise betreiben, auch eine eigene Baumwollpresse,
die die Säcke versandfähig macht.

IV. Banken und Börse‘).

li. Schaffung und Unterbringung von Wertpapieren.
Zentralzulassungsstelle?

Von den Geschäften, die die Banken und Bankiers, besonders die an
einem Börsenplatz domizilierenden, betreiben, nimmt das Börsengeschäft
meist einen größeren Rahmen ein. In dreierlei Beziehung können die
Banken hierbei tätig sein: Sie schaffen die Wertpapiere und plazieren sie,
sie treiben Handel mit ihnen und ermöglichen durch Bereitstellung von
Mitteln eine Spekülation in Effekten.
Die Technik des Gründungs- und Emissionsgeschäftes ist in
Band I, S. 339; eingehend behandelt worden. Die Emission bildet in
sehr vielen Fällen nicht ein erstes Geschäft mit dem betr. Unternehmen,
sondern hat sich aus dem bisherigen Geschäftsverkehr heraus entwickelt.

') S. neben der bisher und auch im I. Bande genannten Literatur auch Prion,
Die Preisbildung an der Wertpapierbörse, Leipzig 1910; Adolf Weber, Depositenbanken
 und Spekulationsbanken, Leipzig 1902; Die Verhandlungen der Bankenquete
und der Bankiertage,
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