Dieses wollte bekanntlich die deutschen Börsen von der illegitimen Spekulation
 reinigen und bewirkte, daß ein großer Teil des mobilen Kapitals,
das ja internationalen Charakter trägt, nach dem Auslande, insbesondere
nach der Londoner Börse, abwanderte und dort zum großen Teil in
Goldminen-Shares verloren worden ist. In hoffnungsloser Resignation
muß der Kapitalist nun jahraus jahrein einen nicht unerheblichen Prozentsatz
 auf seinen Minenbesitz abschreiben. Bei einigen Shares ist der
Nullpunkt bald erreicht!). Durch Remisiers suchen auch heute noch
englische Firmen in Deutschland Interessenten für oft sehr zweifelhafte
englische und amerikanische Werte zu gewinnen.
Gegen unlautere Elemente unter den Remisiers und gegen schwindelhafte
 Bankfirmen, insbesondere auch gegen bucket shops, müssen Staatsanwalt
 und die Vertreter der Bankwelt nach wie vor geeint vorgehen, und
im Interesse der Reinerhaltung des Bankierstandes werden die Bankfirmen
 selbst darauf dringen, daß das Börsenehrengericht gegen Verfehlungen
 unnachsichtlich einschreitet. Das solide Börsengeschäft kann dadurch
 nur gewinnen,
Wenn jetzt im Interesse der Belebung des Börsengeschäftes
von verschiedenen Seiten die Wiedereinführung der Berechnung von
Stückzinsen bei Dividendenpapieren, die mit dem 31. Dezember 1912
aufgehört hat, gefordert wird, so sind die Wünsche m, E. nicht ganz unberechtigt.
 Obgleich ich aus theoretischen Gründen die Abschaffung der
Stückzinsen befürwortet hatte, schrieb ich?), daß, „besonders in der ersten
Zeit der Effektenverkäufer oft insofern im Nachteil sein wird, als beim
Kassehandel der Käufer bei seinem Limit nicht an die ihm ersparten

1) Die Frankfurter Zeitung (1914 Nr. 165) schreibt: „Es gibt Minen, die
zwar in der Vergangenheit gute Dividendenzahler gewesen sind, die aber jeizt
ihrer Erschöpfung entgegengehen, Bei diesen muß dem deutschen Publikum oft
der Vorwurf der Unwissenheit gemacht werden, denn wie wenige Kapitalisten
sind sich über die Frage der Amortisation im klaren! Sie vergessen, daß eine
Goldmine keine gewöhnliche Kapitalsanlage ist, bei der die jährlichen Einkünfte
als Rente zu betrachten sind, daß vielmehr jede Tonne geförderten Erzes eine
Minderung des Kapitalwertes darstellt und daß daher die jährlichen Einkünfte
zur Amortisation des Kapitals im Verhältnis zur geschätzten Lebensdauer der
Mine zu verwenden und nur der verbleibende Rest als Rendite zu betrachten
ist. Auch bei dieser vorsichtigen Methode sind noch nicht alle unliebsamen Überraschungen
 ausgeschlossen, denn bei mancher Mine hat die spätere Aufschließung
eine Enttäuschung hinsichtlich des Erzgehaltes gebracht,‘
3) Zeitschrift für Handelswissenschaft und Handelspraxis, V, 6.