banken werden, obwohl sie selbstverständlich die Mittel haben, die Prolongation
 durchzuführen, bezw. diese sich leicht beschaffen können, den
Kunden aus dem Engagement drängen, wenn er schwach gedeckt ist, und
sin weiteres größeres Sinken der Kurse zu befürchten ist. Kann der Kunde
den von der Bank geforderten Einschuß nicht leisten, so muß er sein
Engagement lösen. Der Kreislauf ist demnach häufig: Große Hausse-Engagements,
 starker Geldbedarf zu Prolongationszwecken, Verteuerung der Geld-3ätze,
 Weichen der Kurse, wegen mangelnder Deckung Zwang zur Positionslösung,
 Rückfluß von Ultimogeldern, billigere Sätze, Belebung des Geschäftes,
 Wiederanziehen der Kurse durch Käufe, Haussespekulation usw.
wieder im Kreise.
Die Technik des Reportverfahrens ist im I. Bande (S. 274ff.
ausführlich dargestellt worden, und es ist auch dort bereits gesagt, daß
die Prolongationssätze oft dem Satz für Ultimogeld nicht entsprechen.
Bestehen in einem Effekt größere Baisse-Engagements, so wird man dieses
Effekt unter dem Geldsatz prolongieren, bezw. durch Hereingabe dieser
Papiere sich billiges Geld schaffen können. Prolongationen über dem Geldsatz
 sind verhältnismäßig selten, da man das Geld sich ja meist in anderer
Form schaffen kann, Entspricht der Reportsatz genau dem Satz für Ultimogeld,
 so ziehen die Banken nötigenfalls die Lombardierung dem Reportverfahren
 vor, weil sie dann den Schlußscheinstempel sparen.
Die Banken und größeren Bankfirmen können einen großen Teil der
Prolongationen durch Kompensationen erledigen. Den Saldo geben sie
auch nur dann herein, wenn sie sich dadurch das Geld billiger als auf
andere Weise (Ultimogeld, Auslandsgeld, Wechselpensionen, Rediskontierungen,
 Lombarddarlehen bei der Reichsbank, Geld von Firmen, Sparkassen
 und Privaten usw.) beschaffen können.
Den Kunden gegenüber wird zumeist die Prolongation als Kauf- und
Rückkaufsgeschäft aufgegeben, und es kommen in der Regel die in
den Tageszeitungen veröffentlichten Report- bezw. Deportsätze in Ancechnung.
 Würde die Bank die Effekten für die Kunden abnehmen und
den Betrag über Konto gehen lassen, so würde sie schlecht dabei fahren,
da der Satz für Ultimogeld oft höher als der dem Kunden in Anrechnung
 gebrachte Lombardsatz ist. Aber auch aus bankpolitischen Gründen
wird das Reportverfahren, trotz der Stempellasten, seitens der Banken
devorzugt: „Reports und Börsenlombards“ werden von den Bankkritikern
als ziemlich liquide Mittel angesehen und günstiger beurteilt als die „gedeckten
 Debitoren“.

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