die Sicherheit der Depositengläubiger Sorge getragen werden sollte, wendet
sich die Resolution des Reichstages von 1909 nur gegen Auswüchse
des Bankwesens.

3, Ergebnis der Depositen-Enquete von 1909.
a) Kein Depositengesetz, aber Erhöhung der Barreserven
der Banken.
Die Verhandlungen der Enquete-Kommission über Regelung des Depositenwesens
 erfolgten in der Zeit vom 23.—27. November 1909 unter
Vorsitz des Reichsbankpräsidenten. In der Einleitung zu den den Mitgliedern
 vorgelegten, von der Statistischen Abteilung der Reichsbank zusammengestellten
 Materialien heißt es u. a.: „Verfolgt man den historischen
 Verlauf, den die Erörterung der Frage in der Öffentlichkeit genommen
 hat, und betrachtet man das Anwachsen der Strömungen, die
sich damit beschäftigen, so kann man deutlich beobachten, wie die
Stimmen an Zahl und Gewicht zunehmen, die auf die Notwendigkeit
irgend einer Lösung dieses Problems hinweisen, dessen weittragende Bedeutung
 mehr und mehr erkannt wird. Man erhält dabei den Eindruck,
als ob die Frage nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden wird,
bis sie eine befriedigende Erledigung gefunden hat.“
Frage 6 der Bank-Enquete lautete: „Erscheint es im öffentlichen
Interesse geboten, für die Sicherheit und Liquidität der Anlage
von Depositen und Spargeldern auf dem Wege der Gesetzgebung
Sorge zu tragen? Welche Maßnahmen würden zu diesem Zweck in Betracht
 kommen, und welche Wirkungen wären von ihnen zu erwarten?“
In dieser und in der 5. an die Sachverständigen gerichteten Frage:
„Empfiehlt es sich, auf eine Verminderung der Inanspruchnahme
der Reichsbank Bedacht zu nehmen?“ kommt die Richtungsänderung
in der Politik der Reichsbank zum Ausdruck, Aus diesen Fragen spricht
die Erkenntnis, daß es unbillig sei, von der Zentralnotenbank zu fordern,
sie solle jeden Kreditanspruch, den die immer mächtiger werdenden
Kreditbanken stoßweise an sie stellen, befriedigen, daneben aber auch
ihren Metallschatz so hüten, daß die Währung des Landes voll aufrecht
erhalten wird !).
Damit die Debatten nicht ins Uferlose gehen, waren die Redner ge-1)

 S, a. Lansburgh, Maßnahmen der Reichsbank, a. a. O. S. 26.

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